southeastadventures

Um dem trüben deutschen Herbstwetter zu entfliehen, haben zwei tapfere Vagabunden sich entschlossen ihren Sommer zu verlängern. Sie folgen der Sonne und starten eine große Ralley durch die beeindruckendsten Länder des asiatischen Kontinents. Auf dieser Seite könnt ihr vom Start in Delhi bis zum Ziel in Bangkok ihren Weg verfolgen. Viel Spaß...

Donnerstag, 22. November 2007

Hanoi und das chinesische Visum - 20.11.2007

Wir wollten heute morgen recht zueging zur chinesischen Botschaft, um das Visum fuer die Weiterfahrt nach Suedchina zu besorgen. Schnell praegten wir uns noch den Stadtplan im Kopf ein und los ging es. Doch so leicht wie es schien, war es dann doch nicht. Die Karte des Lonely Planet liess uns einmal mehr im Stich. Und als wir nach einer guten Stunde im Botschafterviertel angekommen waren, konnte uns leider auch niemand weiterhelfen. Hier sprach kein Polizeibeamter englisch, noch nicht einmal vor der mit Kriegsbildern geschmueckten nordkoreanischen Vertretung.

An der chinesischen Botschaft angekommen, konnte uns selbst der Beamte am Tor nicht weiterhelfen, obwohl wir den Pass in der Hand hielten, auf das vietnamesische Visum zeigten und China, China sagten. Also liefen wir weiter, zehn Meter. Da war es, das chinesische Konsulat und die Visaabteilung.

Wir fuellten die Formulare aus, einer nach dem anderen, weil leider nicht genuegend Kugelschreiber vorhanden waren. Nachdem wir alles ausgefuellt und das Passfoto aufgeklebt hatten, wollten wir die Antraege abgeben. So sollte es eigentlich sein. Doch die chinesische Vertertung hatte genau vor einer Minute die Tueren geschlossen. Dann wurden wir auch noch aufgefordert zu gehen. Es war 11.00 Uhr, besser gesagt eine Minute nach elf. Hier wurden nur 2 1/2 Stunden gearbeitet, am Tag, und das auf die Minute genau.

Da wir morgen an die Halong Bucht fahren wollten, wir keine Zeit mehr fuer eine Bearbeitungszeit von vier Tagen (fuer einen Aufkleber mit Stempel!!!) haben wuerden, braeuchten wir ein Expressvisum. Der Spass wuerde uns das Doppelte kosten, gut 40 Euro, fuer die Durchfahrt durch ein Land, das wir eigentlich gar nicht besuchen wollten. Einerseits hatten wir selbst Schuld, andererseits war es die beschissene chinesische Kommunisten-Buerokratie, schlimmer als bei uns.

Wir liefen noch schnell an der deutschen Botschaft vorbei, dann jedoch zurueck ins Hotel, wo wir unsere Sachen zusammensuchten und mit dem Taxi zum Busbahnhof fuhren. Die Leute dort schlugen sich fuer die Prvision vom Ticket office um uns. Hier gab es so eine grosse Konkurrenz, dass ungelogen ein Gerangel losging, als wir die Abfertigungshalle betraten. Eigentlich ist das auch nicht verwundernswert, wenn alle zehn Minuten Kleinbusse in Richtung Halong aufbrechen.

Die Fahrt fuherte drei Stunden durch das platte Land, an Industriegebieten, Kleinstaedten und abgeernteten Reisfeldern vorbei, bis an die Kueste des Suedchinesischen Meeres. Die Fahrt war anstrengend, da es landschaftlich nicht ansprechend war. Zu sehr sah man hier die Folgen des Wirtschaftswachstums, ueberall wurde gebaut, ein Industriegebiet nach dem anderen. Da konnte die Pause auch nichts aendern. Bemerkenswert war, dass oft riesige Baumstaemme vor den zahlreichen Saegewerken lagen, obwohl es doch gar keine abzuerntenden Waelder in Vietnam mehr gibt. Liegt hier das illegal gefaellte laotische Holz aus den Grenzregionen?

Halong erreichten wir gegen 17.00 Uhr. Mit einem Entwicklungshelfer, der aus Tschechien kam und perfekt vietnamesisch sprach, und seiner einheimischen Freundin fuhren wir vom erneut weitentfernten Busbahnhof in die Stadt. So drueckten wir einmal wieder den Preis.

Da hier in Bai Chai, dem Touristenzentrum an der Halongbucht, gerade Nebensaison war, gab es Betten im Ueberfluss, nicht so wie in Hanoi. Da unser Taxi an einem drei-Sterne-Hotel hielt, war es eigentlich eher Zufall, dass wir hier nach dem Preis fragten. Natuerlich verneinten wir sofort, wurden dann aber aufgefordert einen eigenen Preis zu nennen. Aber mehr als 10 Dollar wollten wir nicht zahlen. In der Hoffnung, dass wir die Bootstour in der Lobby buchen wuerden, bekamen wir ein wirklich nobles, riesiges Zimmer fuer 10 Dollar die Nacht. Doch das Angebot fuer die Bootstour morgen (28$) lehnten wir ab.




Abends versuchten wir dann noch vergebens nach dem Abendsessen (vietnamesische Portionen sind zu klein) ins Internet zu gelangen. Die meisten Seiten waren gesperrt. Anschliessend tranken wir noch ein Bier in einem mit Pavillonen ueberdachten Lokal an der Hauptstrasse. Die Nacht war ein Genuss.

Simons grosser Tag, oder doch nicht? - 19.11.2007

Heute hatte Simon seinen Wiegentag, er wurde 27 Jahre jung, oder alt? Aber dazu blieb keine Zeit. Wir mussten weiter nach Vietnam. Da wir mittlerweile gar keiner Aussage mehr vertrauten, wussten wir nicht, ob wir den Weg bis nach Hanoi heute schaffen sollten. Der direkte Bus von der Grenze fuhr leider nur drei Male die Woche, doch ausgerechnet heute nicht.

Um 6.30 Uhr in der Frueh standen wir am Busbahnhof. Nach einem kleinen Fruehstueck, es gab trockenes Baquette und Sonnenblumenkerne (es lag am Angebot, nicht am Geld), ging es mit einem kleinen Pick-up kurz nach 7.00 Uhr los an die vietnamesische Grenze nach Vieng Xoi.

Die Fahrt dauerte gute vier Stunden. Trotz des diesigen Wetters und der einigermassen frischen Luft war es eine sehr schoene Fahrt durch Karstlandschaften und von Regenwald bedeckte Berge. Nervig war das ewige Anhalten, um entweder Auf- oder Abzuladen. Natuerlich wurde wie immer alles transportiert. Heute waren es neben ein paar Huehnern vier 50-Liter Kanister mit Lao Lao. Haetten wir nicht vor einem vietnamesischen Grenzbeamten vorsprechen muessen, haetten wir die Fahrt bestimmt anders erlebt.

Die Grenze, in einem bewaldeten Tal gelegen, passierten wir recht schnell. Laos liess uns gehen, die Vietnamesen empfingen uns freundlich. Natuerlich mussten wir die sozialistische Buerokratie durchlaufen, die wesentlich schlimmer ist als die unsrige. Es ging von Zimmer zu Zimmer. Dort mussten wir jeweils ein Papier ausfuellen. Schliesslich mussten wir den Backpack aufmachen, das volle Programm.

Erwaehnenswert war der oberste Zollbeamte, der unsere Visa bearbeitete. Er befahl uns restliches laotisches Geld zu tauschen. Wir hatten natuerlich eine Menge dabei. Schliesslich mussten wir gestern noch 100 Euro tauschen. Man kann auch nicht sagen, dass der Kurs schlecht war. Das einzige Problem, das wir damit hatten, war, dass dieser obere Staatsangestellte eine eigene Wechselstube nebenbei betrieb und in den eigenen Geldbeutel wirtschaftete.

Dieser Grenzbeamte meinte auch, dass es sinnlos sei auf einen Bus zu warten. Einzige Moeglichkeit waeren die Moped-Fahrer, die einen fuer zehn Dollar in den naechsten Ort bringen wuerden. Draussen warteten diese netten Herren auch auf uns. Doch der Preis war uns zu hoch. Also liefen wir aus dem Ort hinaus. Als wir uns aber auf einer voellig einsamen, im Regenwald gelegenen Strasse in den Bergen befanden, fingen wir an zu zweifeln, ob es nicht doch besser waere zu zahlen. Schliesslich wollten wir noch nach Hanoi. Die Zeit dazu hatten wir noch. Es war gerade einmal 12.00 Uhr.

Wir versuchten noch mit den beiden Fahrern, die uns mittlerweile gefolgt waren, gnadenlos zu handeln. Doch die Vietnamesen waren Gnadenloser. Fuer 19 Dollar nahmen wir zwei Mopeds. Es sollte sich herausstellen, dass es eigentlich ein recht fairer Preis war. Letztendlich fuhren wir 50 Kilometer ueber bruechig gepflasterte Strassen durch den bergigen Regebwald, spaeter durch von bewaldeten Bergen umgebene, mit Reisterassen angelegte Ebenen und kleine Doerfer. Es folgten Bambuswaelder, der Hauptwirtschaftszweig dieser Region. Des Weiteren sahen wir Wiederaufforstungsgebiete.

Die Fahrt in die naechst groessere Stadt dauerte 1 1/2 Stundet. Hier sollte der Bus nach Hanoi abfahren. Doch der Bus, der um 13.00 Uhr fahren sollte, war weg. Ein anderer stand bereit. Es sollte 35 Dollar pro Kopf kosten.

Also liefen wir wieder los. Einen eigens gecharterten Bus nach Hanoi ist uns doch zu teuer. Am Ortsende standen wir wieder vor dem gleichen Problem: Es geht in Niemandsland. Und in jenem Moment kam dann auch der Bus vorbei, vollgepackt mit Vietnamesen. Wir handelten wieder gnadenlos. Diesmal standen wir nicht so schlecht da. Wir drueckten den Preis von 35 Dollar (fix price!!!) auf 12 Dollar pro Kopf, 300% herunter, das ist in Vietnam ueblich. Doch es war auch riskant. Wir liefen immer ein Stueck vor, der Bus rollte langsam an uns vorbei, wir holten ihn wieder ein. So verliefen einige Verhandlungsrunden. Trotzdem waren wir uns sicher, dass wir noch zuviel zahlten.

Gegen 14.30 Uhr ging es dann los im vollgepackten Bus. Wir sassen auf einer Liegewiese im hinteren Teil des Busses. Hier wurden die Leute gestapelt, denen kein Sitzplatz mehr zugewiesen werden konnte. Es ging schon maechtig in die Beine und in den Hintern. Nach drei Stunden durch bergiges bewaldetes Gebiet erreichten wir die Auslaeufer der Ebene Nordvietnams, ein gutes Zeichen, bald sind wir da. Doch wir machten erst noch eine Pause. Anschliessend ging es noch einmal zwei Stunden weiter. Und als wir um kurz nach 19.00 Uhr in der Dunkelheit in einer Stadt ankamen, dachten wir, wir waeren in Hanoi.

Wir sollten als Einzige im Bus sitzen bleiben. Vier Personen kamen in den Bus, seltsam. Uns wurde mitgeteilt, dass wir nach Hanoi gebracht wuerden, wenn wir weitere zehn Dollar pro Kopf abdruecken wuerden. Es waeren noch vier Stunden bis in die Hauptstadt. Also war das Hanoi-Schild im Bus heute Mittag, als wir mit den Mopeds angekommen waren, nur eine Atrappe. Wir hatten uns teilweise gewundert, weshalb die Mopedfahrer so haeufig mit dem Busfahrer telefoniert hatten. Ausserdem war das Schild im Bus waehrend der Fahrt gegen ein anderes ausgetauscht worden.

Dementsprechend loeste allein der Versuch mehr Geld zu erhalten bei uns eine gewisse Abwehrhaltung aus, auf keinen Fall diesen Leuten noch mehr Geld in die Tasche zu wirtschaften. Wehren konnte man sich aufgrund der versammelten Mannschaft auch nicht. Polizei holt man in Vietnam auch nur im wirklichen Notfaellen. Schliesslich moechte man trotz der Unverschaemtheit keine langjaehrigen Haftstrafen fuer die Einheimischen riskieren, ausserdem hatten wir wie ueblich keine Quittung.

Wir liefen also durch die recht grosse Stadt, mit dem Tip vom Busfahrer uns ein Hotel zu suchen. Doch wir wollten heute nach Hanoi, nicht morgen. Sollten wir wirklich jemanden fragen, wo wir sind? - Klar, die dummen Touris sind unterwegs.

Wir waren in Thanh Hoa. Die Karte gab uns keine gute Auskunft. Jedoch schienen wir 200 Kilometer suedlich von Hanoi zu sein. Wie dreist war das? Erst einmal haben sie uns den falschen Stadtnamen in den Bus gelegt, um uns hineinzulocken. Dann haben sie uns in die falsche Stadt gefahren und obendrein wollten sie noch einmal fuer die Weiterfahrt Geld kassieren. Das war keine gute Werbung fuer Vietnam. Doch wir gaben so schnell nicht auf.

Wir liefen zwei bis drei Kilometer durch die Dunkelheit einer groesseren vietnamesischen Stadt zu einem grossen Busbahnhof, den wir durch mehrmaliges Erfragen fanden. Hier konnte wirklich niemand englisch sprechen, obwohl wir auf der Nord-Sued-Achse Hanoi-HCMC (Saigon) waren.

Doch fuhren wir genuegend Busse in Richtung Hanoi. Noch nicht einmal am Fuhrpark angekommen, sammelte uns ein Expressbus auf. 50.000 Dong (3,5$) mussten wir fuer jeden von uns noch einmal zahlen. Dann kamen wir aber auch nach 2 1/2 Stunden Fahrzeit durch teilweise dichten Verkehr gegen 22.00 Uhr in Hanoi an.

Der Busbahnhof lag natuerlich wieder weit ausserhalb. Daher nahmen wir uns ein Taxi zum Travelerviertel. Dort suchten wir ein Hostel. Es dauerte aber noch eine weitere Stunde, weil alles belegt war. Letztendlich goennten wir uns noch ein Omelette-Bageutte an der Strasse Da leider keine Kneipe oder Restaurant mehr geoeffnet hatte, mussten wir das Geburtstagsbier ebenfalls auf einem sehr kleinem Hocker an einem Strassenlokal trinken. Die Realitaet hatte uns wieder. Laos war Geschichte.

Und noch ein Tag im hintersten Laos - 18.11.2007

Das ist die Lage: hinterstes Laos, der Lonely Planet ist beschissen. Deshalb haben wir zu wenig einheimisches Geld (eigentliches gar keines mehr). Es gibt keine Banken, wir haben nur noch 100 Euro-Scheine, und die Zeit rennt uns auch davon. Doch das ist Traveln, und es macht verdammt viel Spass.

Als wir am "Busbahnhof" ankommen waren, war unser Gefaehrt schon voll, zumindest fuer unser Empfinden. Aber das Wort "voll" gibt es im Wortschatz der Laoten leider nicht. Wir bekamen mit Biegen und Brechen noch Sitzplaetze. Es war zwar etwas eng, aber wir sassen und zwar gluecklicherweise im hinteren Teil am "Ausgang".

Um 7.00 Uhr ging es los in unserem Riesen Pick-up in Richtung Samneua. Wir fuhren die Berge hinauf durch die Auslaeufer des Nationalparkes. Die Bergdoerfer wurden zahlreicher, die Region entwaldeter. Nach und nach fuellte sich der Bus immer mehr. Wir machten immer schoen artig Platz, wie sich das auch gehoert. Nur die Laoten sehen dies ein wenig anders. Sie setzen sich einer nach dem anderen immer wieder auf unseren Platz und denken anscheinend, dass wir gar nicht sitzen moechten. Schliesslich sassen wir auf irgenwelchen Saecken nahe der Ladeklappe.

Unser hollaendischer Freund hat sich mittlerweile an der einzigen Kreuzung in Richtung Phonsavan verabschiedet. Nun fuhren wir die Berge wieder hinunter durch riesige Taeler. Diese waren von der einheimischen Bevoelkerung allesamt genutzt. Unten folgten wir einem Tal, in dem hauptsaechlich Pinien angepflanzt wurden.


Joe auf seinem Sitzplatz


Zum Ende der Fahrt befanden sich circa 50 Menschen, ein Moped und einige Gepaeckstuecke in unserem Pick-up. An einem Stop stiegen drei Laoten zu, die es leider nicht alleine schafften ihre Reissaecke auf das Dach des Trucks zu hiefen. Nett wie wir nun einmal sind, wollten wir ihnen dabei helfen. Als wir allerdings mit anpackten, liessen diese los und setzen sich auf unsere Plaetze. Irgendetwas stimmt hier doch nicht. Wir sind doch keine Packesel, zumal noch nicht einmal ein "Danke" von ihnen kam.

Zunaechst machten wir ihnen noch klar, dass wir auch mit in den Pick-up wollten und sie netterweise etwas Platz machen sollten. Doch das stoerte sie wenig. So entschieden wir uns einmal mehr in unserer Lieblingsposition weiter zu reisen, stehend auf dem Tritt des Gefaehrts. Eigentlich war es schon der beste Platz, aber nach den Strapatzen der letzten Tage hofften wir nur noch, dass wir moeglichst bald am Ziel ankommen wuerden.

Doch die Fahrt dauerte noch recht lange. Es ging durch mit Regenwald bedeckte Taeler die Berge hinauf. Oben schlaengelten wir uns die Haenge entlang der nun wieder stark entwaldeten Haenge. Bemerkenswert viele Bergrutsche waren zu sehen, die Folgen der Abholzung.

Auf einem kleinen Pass hielten wir. Alle Reisenden sollten aussteigen. Hier mussten die Personen, die noch nicht gezahlt hatten, ihre Rechnung begleichen. Anschliessend durften alle wieder einsteigen. Es ging den Hang hinunter in eine von Bergen umgebene Ebene, in der Samneua lag.

In Samneua freuten wir uns auf unsere frisch gedruckten Banknoten, ein Bett und etwas Leckeres zu essen. Doch nach einem einem laengeren Marsch vom Busbahnhof (der auf einem aufgeschuetteten Huegel lag) in die Stadt schliesslich an der Bank angekommen, stellten wir fest: "was ist heute noch fuer ein Tag? - Sonntag?!" Vielleicht ist dies nicht der beste Tag um eine Bank aufzusuchen.

Was sollten wir nun machen? Wir hatten schliesslich nur noch 50 Dollarcent und mussten etwas zu Essen, ein Hotelzimmer und die Weiterfahrt morgen Frueh nach Vietnam bezahlen. Nach einem planlosen Spaziergang durch die kleine Stadt entscheiden wir uns in Gaesthaeusern nachzufragen, ob es eine Moeglichkeit gibt irgendwo Geld zu tauschen. Ein Problem dabei koennte sein, dass wir nur noch Euros zu Hundertern hatten.

Nach unzaehligen Absagen, ein kleiner Hoffnungsschimmer: Ein netter Mann, der zufaellig gerade in der Hotellobby sass, in der wir nachfragten, gab uns den Tip im Schnapsladen des Ortes nachzufragen und tatsaechlich , wir hatten Erfolg, die Rettung! Der Kurs war zwar ziemlich bescheiden, aber das war uns in dieser Situation ziemlich gleichgueltig. Also liefen wir zurueck zum Hotel, wo wir den Tip bekommen hatten, checkten ein und gingen erst einmal lecker etwas Essen. Es gab Steack mit Pommes. Unser Lieblingsgetraenk, frisch gepresster Ananassaft, stand zur Feier des Tages natuerlich auch zur Verfuegung.

Im Restaurant gesellten sich zwei Einheimische zu uns, die etwas quatschen wollten. Es stellte sich heraus, dass es ein Englischlehrer mit einem seiner Schueler war. Im Endeffekt konnten beide kein Englisch. Sie schienen in Geberlaune zu sein, weil sie eine Runde Pommes und ein Bier nach dem Anderen schmissen. Sie luden uns in eine Karaokebar ein. Wir mussten jedoch noch ins Internet und Blog schreiben. Sie wollten uns gar nicht gehen lassen. Erst nach mehrmaligem Zusichern, dass wir auf jeden Fall zurueck kommen, liessen sie uns gehen.

Als wir uns verabschiedeten, dann die grosse Ueberraschung: Wir blieben groesstenteils auf der Rechnung sitzen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon keine Lust mehr mit ihnen in eine Karaokebar zu gehen.

Das Internet funktionierte leider nicht, das Telefon nur sehr begrenzt! Also vertagten wir dies und begeben uns trotz der seltsamen Aktion vorhin zurueck ins Restaurant, wo unsere Freunde noch auf uns warteten, um uns das staedtische Tanzlokal zu zeigen.

Es hatten sich mittlerweile ein Belgier, ein Kanadier und eine Slowenin zu ihnen gesellt. Nach kurzer Aufwaermphase ging es in die "Disco"! Es war allerdings ein Loch! Ihr habt genau richtig gehoert, es war ein Loch, ein dunkler Raum in irgendeinem Hinterhof in dem sich eine kleine Gruppe Einheimischer in Karaoke uebte. Wir waren heute zwar nicht in Tanzlaune, tranken jedoch noch in geselliger Runde ein, zwei Bier. Der Englischlehrer war nach kurzer Zeit der betrunkenste und sang sich den Leib aus der Seele. Joe ging noch vor Simon zurueck ins Hotel, weil wir schlechte Nachrichten bekommen hatten.

Angeblich wuerde man nicht in einem Tag nach Hanoi kommen. Des Weiteren wuerde das chinesische Visum eine Woche an Bearbeitungszeit benoetigen. Also musste wieder geplant werden. Doch entschieden wir am naechsten Tag (obwohl Simon es vorgezogen hatte noch vor seinem Geburtstag ins Bett zu gehen, war Joe schon laengst am Schafe zaehlen), am Plan festzuhalten und es natuerlich versuchen zu wollen.

Bequem auf dem Reissack - 17.11.2007

Heute mussten wir es an die Grenze schaffen. Schliesslich hatten wir schon einen Tag Verlust gemacht. Doch bis jetzt waren wir optimistisch. Jedoch ueberlegten wir uns eine andere Strategie. Diesmal wollten wir uns ein bisschen frueher an die Strasse stellen, was uns auch leicht fiel, da wir schon um 21.00 Uhr schlafen mussten. Doch zu allererst fiel uns auf, in welch idyllischer Lage hinter dem Haus unsere Hoteltoilette sich befand.


Unser Klo,


eher spartanisch,

aber diese Aussicht war einzigartig!


Geld fuer Fruehstueck gab es keines mehr. Wir mussten noch 200 Kilometer fahren, um in Samneua Geld tauschen zu koennen. Ausserdem war uns nicht nach Nudelsuppe mit Koreander um 7.00 Uhr morgens.

Diesmal warteten wir bis um 10.30 Uhr. Die Loesung hiess nicht Pick-up, sondern ein bis oben hin vollgeladener Reistransporter, der schon den ganzen Morgen im Ort herumstand. Wir konnten mitfahren, allerdings nur 50 Kilometer in den naechsten Ort nach Vieng Thong. Von dort waren es immer noch 150 Km nach Samneua, aber immerhin waeren wir dann dem Ziel ein Stueckchen naeher. Es war auch unsere einzige Moeglichkeit. Hier fuhr waehrend drei Stunden gar kein Fahrzeug die Hauptverkehrsader entlang.


Unser Reistransporter, ein Highlight der Reise!


Das Fahrzeug war ein Suzuki, 20 Tonner, bis oben hin mit Saecken geladen, und wir oben drauf. Schnell fuhren wir nicht. Bergauf hatte der Bus keinen Antrieb, bergab musste gebremst werden. Aber es war die schoenste Fahrt in ganz Laos. Wir lagen bequem zwischen den Saecken, hoerten Musik und so ganz nebenbei taten wir noch etwas fuer unseren Taint.

Es dauerte auch nicht lange, bis wir vollends zum stehen kamen. Der hintere innere Reifen zischte. Eigentlich war es kein Wunder, schliesslich hatte gerade dieser Reifen kaum Profil. Aber wir hatten gluecklicherweise noch einen Ersatzreifen ohne Profil.


Pannenhilfe


Es ging eigentlich die ganze Zeit durch bergige Regenwaldgebiete. Zwischenzeitlich nahmen wir mit Kalaznikov bewaffnete Nationalparkwaechter mit. Nach vier Stunden dann ein weiteres Zischen an er gleichen Stelle. Wie sollte es auch anders sein. Ohne Profil laesst es sich nun einmal nicht gut durch die Berge fahren.

Was sollten wir nun machen? Wir hatten keinen Ersatzreifen mehr und der auessere Reifen war durch die Last auch schon aehnlich platt wie der Platte. - Der Vorderreifen mussten herhalten. Im guten Zustand koennte er vielleicht die geschwaechte Hinterachse unterstuetzen. Der Halbplatte kam nach vorne und weiter ging es.

Nach knapp sechs Stunden (vier Stunden reine Fahrzeit) erreichten wir Vieng Thong, ein etwas groesserer Ort, fuer seine Opiumproduktion und dessen Verbrauch bekannt. Fuer die Fahrt zahlten wir nur 1,5 Dollar. Simon wurde befreit, da er bei der Panne kraeftig mitgeholfen hatte.

In Vieng Thong sahen wir dann auch, dass es noch 150 Kilometer bis nach Samneua sind. Und nach einer weiteren budgetwuerdigen Nudelsuppe im Strassenrestaurant, stellten wir uns erneut an die Strasse, ein harter Job. Und wie sollte es auch anders sein? - Es fuhr gar nichts.

Als es schon dunkel wurde und wir mittlerweile erfahren hatten, dass morgen ein "Bus" nach Samneua durchfahren sollte, entschlossen wir uns, erneut ein Hotelzimmer zu nehmen. Wir verhandelten was das Zeug hielt. Der Hollaender stellte sich ebenfalls arm, es wurde schon fast peinlich. Wir handelten von 40.000 Kip fuer ein Doppelzimmer und 30.000 Kip fuer ein Einzelzimmer auf jeweils 20.000 Kip pro Zimmer herunter. Zwischenzeitlich wollten wir uns sogar ein Doppelzimmer zu dritt nehmen. Der Hollaender wollte auf dem Boden schlafen. In diesem Moment hatte die Hotelbesitzerin Leid mit uns.

Aber dadurch hatten wir uns heute Abend zumindest noch ein Bier in einem sehr einfachem Restaurant mit Karaoke gesichert. Nach so einem Tag, mit Fruestueck um 16.00 Uhr, hat man sich das auch verdient. Zu Essen gab es nichts mehr. Am Abend blieb uns nur noch das Fahrtgeld (80.000 Kip - 8 Dollar) fuer morgen und 50 Dollar-Cent fuer das Fruehstueck.

Auf nach Vietnam, ob das gut geht? - 16.11.2007

Da wir gestern Abend von der netten Lokalbesitzerin erfahren hatten, dass der Bus an die Grenze (300 Km) um 10.00 Uhr abfahren sollte, liessen wir es heute ein bisschen gemaechlicher angehen. Nach dem Fruehstueck machten wir erst einmal eine Fototour durch das von Karstgebirgen umgebene Tal, in dem der Ort wunderschoen an einem Fluss lag.


Unsere Huette am Fluss


Gegen 9.30 Uhr waren wir am "Busbahnhof". Es war ein staubiger kleiner Platz. Das Personal in der zwei Quadratmeter grossen Holzbaracke teilte uns mit, dass leider nur ein Pick-up ins 50 Kilometer entfernte Viang Kham fahren sollte.

Wir entschlossen uns diesen Pick-up zu nehmen, schliesslich war es die einzige Moeglichkeit weiterzukommen. Nach einer Stunde, gegen 11.00 Uhr, teilte uns der nette Herr, dessen Arbeitsplatz die Baracke war, mit, dass nicht genuegend Fahrgaeste vorhanden seien, wir jedoch fuer einen Aufpreis sofort losfahren koennten. Dieser Aufpreis war jedoch so hoch, naemlich das Zweieinhalbfache, dass wir unser Geld fuer die gesammte Fahrt zurueckforderten. Ob das die richtige Entscheidung war?

Mit einem Hollaender, der sich inzwischen zu uns gesellt hatte, setzten wir uns in unser Restaurant und warteten auf eine Mitfahrgelegenheit. Wir mussten heute noch an die Grenze, auch weil unser Geld knapp berechtnet war.

Diese als Hauptstrasse ausgezeichnete Strecke erwies sich jedoch als sehr selten befahren, besser gesagt, als gar nicht befahren. Nach einer guten Stunde und zwei Regierungsfahrzeugen kam endlich ein Pick-up (typisches laotisches, mit laengs ausgerichteten Sitzbaenken, ueberdachtes, in allen Groessen vorhandenes Vehicel) vorbei, vollgeladen mit Benzinfaessern. Doch fuer wenig Geld konnten wir mitfahren. Platz blieb jedoch nur noch auf dem Tritt am Farhzeugende. Wir mussten uns sozusagen die Fahrt ueber stehend an den Wagen klammern oder aber auf der Klappe der Ladeflaeche sitzend blaue Flecken in Kauf nehmen.

Wir fuhren zwei Stunden, erst an Karstformationen vorbei, dann durch bergiges von Tigern bevoelkertes Gebiet. Irgendwann gegen 14.30 Uhr, der Hollaender ist das Wagnis mit uns uebriegens eingegangen, erreichten wir diesen besagten Ort. Von hier aus sollte man in sechs Stunden, nach Informationen des Lonely Planets, an die Grenze kommen. Demnach hatten wir eigentlich noch genuegend Zeit.

Wir setzten uns zu einem alten Mann, der uns sein Guesthouse angeboten hatte, da er schon wusste, dass es schwierig waere weiterzukommen. Er konnte auch einigermassen gut englisch sprechen. Und weil wieder einmal kein menschenbefoerderndes Fahrzeug die Strasse entlang fuhr (nur Pick-ups, die Schueler in die umliegenden Bergdoerfer brachten), besichtigten wir erst einmal sein Haus, mit wunderschoenem Blick auf das Flusstal.

Nach zwei Stunden, es kamen eigentlich nur Schueler an uns vorbei (1000 Schueler auf 900 Bewohner, aufgrund der ganzen Bergvoelker), hatten wir dann aufgegeben. Wir waren kurz davor ins Guesthouse einzuchecken, schließlich war es schon 16.30 Uhr.

Doch dann, ganz ploetzlich, ein Pick-up. Wir wussten es, wir kommen noch an die Grenze. Doch nicht so voreilig. Es ging leider nur nach Pakxeng, der naechste Ort auf der Karte, weitere 50 Kilometer entfernt.

Wir fuhren weiter durch bergiges Gebiet, durch die Daemmerung in die Nacht hinein. Und es wurde frisch hinten auf der Ladeflaeche. Wir fuhren durch kleine Doerfer. Hier sahen wir die einheimische Bevoelkerung in kleinen Gruppen vor ihren Huetten um kleine Feuer an der Strasse herumsitzen. Strom gab es keinen. Laos schien ein einziges Lagerfeuer zu sein.

Pakxeng schien uns noch ein wenig kleiner als Vieng Kham: eine Strasse, links der Hang, rechts die bewohnte Strassenseite, dahinter ein schmales Tal und ein kleiner Fluss, ein Restaurant und ein laotisches Dorm, wo wir uns einquatierten. Es war ein sehr einfaches, hoelzernes Haus. Die Schlafplaetze befanden sich im ersten Stockwerk. Aber wir waren nur zu viert, inklusive eines Laoten, auf dem Zimmer. Viel mehr Platz hatte der offene, hoelzerne Raum nicht.


Unser Dorm: zwei Holzpritschen, zwei Bodenschlafplaetze, zuzueglich einer Pritsche auf dem Balkon.


Abends gab es noch eine leckere chinesische Instant-Nudelsuppe in dem Dorfrestaurant. Dies war das Einzige, das uns angeboten wurde, weil es auch das Einzige war, was man mit Zeichensprache erklaeren konnten. Zudem war es ausserdem das Einzige, was wir bezahlen konnten. 20 Dollar hatten wir aber noch, um bis an die Grenze zu kommen.


Unser Dorfrestaurant


Wir glaubten immer noch nicht, dass wir in Pakxeng waren, zu klein war der Ort. Ausserdem konnte uns niemand Auskunft geben. Niemand verstand unsere Zeichensprache. Zudem wurde "Pakxeng...here" oefters verneint. Uns blieb nichts anderes uebrig, als hier zu bleiben und unsere beiden Fahrer im Restaurant, die morgen zurueckfahren wollten, kritisch zu begutachten.

Zurueck im Dorm, ging um 21.00 Uhr der Generator aus, dementsprechend auch das Licht. Das Plumsklo den Hang hinab war nur noch mit Taschenlampe erreichbar.