southeastadventures

Um dem trüben deutschen Herbstwetter zu entfliehen, haben zwei tapfere Vagabunden sich entschlossen ihren Sommer zu verlängern. Sie folgen der Sonne und starten eine große Ralley durch die beeindruckendsten Länder des asiatischen Kontinents. Auf dieser Seite könnt ihr vom Start in Delhi bis zum Ziel in Bangkok ihren Weg verfolgen. Viel Spaß...

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Eine Bootsfahrt die ist lustig - 09.12.2007

Wir wollten weiter reisen. Und weil Busfahren langsam langweilig wurde, dachten wir uns, nehmen wir doch einfach mal das Schiff. Urspruenglich wollten wir gemuetlich den Ayaryawady hinunter nach Pyay dampfen, um von dort aus an den Strand zu gelangen. Diese Schifffahrt sollte drei volle Tage und dementsprechend auch zwei volle Naechte dauern.

Wir waren eigentlich optimistisch, dass alles gut klappen wuerde, obwohl wir hier in Myanmar schon des Oefteren von schrottreifen firstclass Bussen uebberascht wurden, jedoch positiv. Trotzdem waren wir eigentlich davon ausgegangen, dass es Kabinen fuer Touristen an Bord geben wuerde.

Nachdem wir dann gegen kurz vor 7.00 Uhr nach dem Fruehstueck mit der Fahrradrikscha (entgegen den Absprachen - eigentlich sollte eine Kutsche kommen) am "Anleger" ankamen, war kein Dampfer in Sicht. Simon und Joe liesen Alleister erst einmal in einer Teestube Tagebuch schreiben. Wir mussten noch einmal zurueck in die Stadt, mit der Rikscha, um die Fussballergebnisse abzurufen. Die langwierige Suche nach einem Internet, wir haben in einem leerstehenden Raum einen Computer gefunden, wurde leider nicht belohnt. Wir verloren 4:3 in Hannover.

Egal, das Boot war angeblich angelegt, also mussten wir schnell zurueck. Zurueck am Anleger dann die eigentliche Verwunderung: Der Dampfer war ein altes, hoelzernes, ca 50 Meter langes japanisches Schiff aus den 50ern. Unter- und Oberdeck lagen komplett frei. Das Unterdeck wurde dazu genutzt Saecke zu transportieren, auf dem Oberdeck nisteten die Menschen auf kleinen Flaechen auf dem Boden.


Einige Bretter verbanden das durchaus erdige Festland mit dem "Anleger", auf dem die zu beladenen Saecke gelagert waren.


Nun stellte sich die Frage, wo wir uebernachten sollten. Hinzu kam, dass der Preis sich auf 20 Dollar nach Pyay verdoppelt hatte. Wir entschlossen uns vorerst die 10 Dollar-Varinante nach Magwe zu buchen, ein Tag und eine Nacht first class statt zwei Naechte. Andere Klassen durften bekanntlich durch Touristen offiziell nicht gebucht werden. Die erste Klasse befand sich im Bug des Schiffes. Es war ein Raum, hoelzern, sowohl an den Waenden als auch auf dem Boden. Da die vier Holzbaenke schon von zwei Moenchen und einer fuenf koepfigen Familie belegt waren, blieb uns nichts als der harte Boden.

Die Nacht war noch lange hin, wir beobachteten erst einmal das Beladen des Schiffes. Gegen 8.30 Uhr ging es dann los, im gemaechlichen Tempo den Ayaryawady hinab. Da es oben schon dermassen ueberfuellt war, unser kleiner Raum stickig und ungemuetlich war, legten wir uns auf die Saecke im Unterdeck, die um den offenliegenden Motorraum lagen. Es war definitiv der beste Platz, einigermassen gemuetlich und sonnig.


Wir waren hier schon etwas Besonderes, das "Auto" im Hintergrund keine Besonderheit!


Die Saecke waren durchaus bequem!


Die Landschaft war nicht besonders lohnenswert. Die Trockenzeit begann, der Pegel fiel, und so sahen wir hauptsaechlich eine zwei Meter hohe Sandwand, am Ufer, ab und zu ein paar Berge, wenig Doerfer, gerade einmal zwei kleine Staedte am heutigen Tag. Wir legten zwei Male im Nirgendwo direkt am Ufer an und entluden Saecke.


Ayaryawady River


Nachdem wir uns in der Kantine im oberen Heck einen Kaffee und ein paar Trockenkuchen gegoennt hatten, legten wir uns wieder auf die Saecke. Joe war fuer kurze Zeit ziemlich platt. Doch es schien auch nicht viel zu passieren, hier mal ein Edelholzsammelplatz, dort mal ein Dampfer, jedoch ueberraschend wenig Fischer und Bevoelkerung am Ufer. Ploetzlich lief unser Dampfer auf eine der unzaehligen Sandbaenke auf. Ueberhaupt fuhren wir die ganze Zeit einen Zickzack-Kurs, da der Pegel des Flusses so niedrig war.

Alle Anstregungen waren Vergebens. Nach 30 Minuten stellten wir den Motor ab. Wie sollte es nur weitergehen? Andere Frachter fuhren nur an uns vorbei. Nach 1 1/2 Stunden versuchten wir es erneut. Letztendlich blieb nur noch eine Moeglichkeit. Alles, was bewegbar war, sollte sich schnell auf eine Seite begeben. Ihr glaubt es nicht, doch als Joe als Letzter auf der anderen Seite ankam, loeste sich das Schiff mit einem ploetzlichen Ruck von der Sandbank los. Gegen 14.30 Uhr konnte es weitergehen.

Es geschah nicht mehr viel. Wir genossen den wunderschoenen Sonneuntergang und waren ein wenig verdutzt, als der Dampfer fuer die Nacht anlegte. Wie sollte es auch nachts weitergehen? Gegen 18.00 Uhr war es stockduster. Es lief der Generator, der das Schiff mit Licht versorgte. Wir sind noch kurz ueber die Bretterplanken an das Ufer gegangen, doch es machten sich alle recht schnell bettfertig. Gluecklicherweise hatten wir am spaeten Nachmittag noch Bratreis gegessen.


Der Sonnenuntergang am Ayaryawady


Gegen 20.30 Uhr lagen wir auch im Bett, besser gesagt auf zusammengesammelten Decken, Tueten und dreckigen Klamotten. Es war aber kein Steuck gemuetlicher geworden und einfach hart. Man spuehrte jede Bewegung. Wir schliefen trotzdem schnell ein, obwohl das Licht erst gegen 23.00 Uhr mit dem Ende der Stromversorgung gekappt wurde und ein Radio eines Einheimischen noch eine ganze Weile droehnte.


Unser komfortabler Schlafplatz!!!

Mount Popa - 08.12.2007

Heute machten wir einen Tagesausflug zum Mount Popa, einer auf einem Bergfelsen gelgenen Tempelanlage. Nach dem Fruehstueck (hier in Myanmar immer included!!!) fuhren wir mit dem Pick-up, natuerlich auf dem Dach, um 8.30 Uhr los durch die Svanannenlandschaften der Dry Zone. Hier versuchten unterschiedlichste Projekte den ueber Jahrzehnte ausgelaugten Boden wieder aufzuforsten.

Die Fahrt fuehrte durch eine riesige Ebene in die Kleinstadt zurueck, in der wir vom Dach des Busses auf der Hinfahrt nach Bagan klettern sollten. Nur brauchten wir die doppelte Fahrtzeit von knapp zwei Stunden. Die letzten zehn Kilometer ging es von dieser Stadt die bewaldeten Berge des riesigen Mount Popas hinauf, der ganz alleine in der Ebene lag. Vor oder besser an diesem Berg war ein etwa 100 bis 200 Meter hoher und senkrecht aufragender Felsen gelagert. Auf der Spitze befand sich eine Tempelanlage, die man ueber eine endlos erscheinende Treppe erreichen konnte.


Mt. Popa


Wie ueberall in Tempelanlagen musste man natuerlich auch hier seine Schuhe ausziehen. Allerdings war der ganze Aufgang von den ettlichen Affen dermassen dicht gesch*****, dass man auf dem Weg nach oben eher Slalom laufen musste. Die Aussicht machte jedoch Einiges wet.

Nach zwei Stunden und einer kleinen Mittagspause im Ort am Fusse des Temelberges fuhren wir um 13.00 Uhr mit dem gleichen Pick-up zureuck nach Bagan. Auf der Abfahrt des Berges machten wir noch einen Stop in einem kleine Dorf, bevor es dann ohne Umwege zurueck nach Bagan ging. Die Sonne brannte schon extrem. Doch unsere Vorbrauene sollte das Schlimmste abwenden. Zwischenzeitlich mussten wir noch einem anderen Pick-up weiterhelfen, der liegengebleiben war, keine Besonderheit mehr.

Gegen 17.00 Uhr erreichten wir Bagan. Wir hatten kaum Zeit, mussten wir doch einen weiteren Sonnenuntergang ueber der maechtigen Tempelanlage sehen. Mit der Kutsche ging es nun zur Touristupa, dort wo sich alle zum Sonneuntergang treffen, nicht der ruhigste, aber mit Abstand der beste Ort fuer diesen Zeitpunkt des Tages. Allaister wollte lieber noch die Porn-Pagoda sehen. Doch wer schon in Indien herumgereist ist, wird diese Minivarianten nicht missen.


Bagan...


...bei Sonnenuntergang


Abends speisten wir dann in einem recht teuren indischen Lokal. Es sollte nach dem Lonely Planet das beste indische und das drittbeste Essen ueberhaupt in Myanmar sein. Es war verdammt gut, auf Bananenblaettern serviert und trotzdem edel. Ins Internet versuchten wir auch gar nicht erst zu gelangen. Zu oft fiel heute Abend der Strom aus. Joe ging aufgrund seines nicht astreinen Befindens frueh in die Koje.

Freitag, 7. Dezember 2007

Bagan - 07.12.2007

Nach dem Fruehstueck stand unser Kutscher vom Vorabend bereit. Eigentlich wollten wir diesen nicht unterstuetzen, da er und seine Freunde uns am Vorabend beschissen hatten, aber er hatte alle anderen weggeschickt und wollte sich "seine" Kunden nicht nehmen lassen.

Allaister hatte sich entschieden doch lieber mit dem Rad die Tempel zu erkunden. Wir wollten uns am ersten Tag die wichtigsten Tempel zeigen lassen und hatten Angst uns auf eigene Faust die Guten vielleicht entgehen zu lassen. Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann hatten wir auch nach der gestrigen Fahrt keine Lust mehr unser Sitzfleisch weiter zu stapazieren. Eine entspannte Kutschfahrt kam uns da gerade Recht.

Es ging hinaus aus dem Ort, am neuen Markt vorbei in die Tempelebene. Der erste Stop war an einem besonders Prachtvollen Exemplar. Wir kletterten auf die obere Ebene und konnten uns von hieraus den ersten Ueberblick ueber die vielen Tempel machen, schon beeindruckend. Die einzelnen Objekte waren zwar laengst nicht so gross und prachtvoll, wie in Angkor, aber zahlenmaessig dafuer umso imposanter. Wo man hinsah, nichts als Tempel, die meisten aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Einige kleine allerdings liess die Regierung ab 1990 erbauen, um das Bild noch eindrucksvoller zu gestalten. Teilweise fuegten sich diese Bauten zwar gut ins Bild, der Grossteil jedoch wirkte eher wie gewollt und nicht gekonnt.

Nun ging es tiefer in die Ebene. Zunaechst zu zwei kleineren Tempeln, die man leider auch nicht mehr besteigen konnte. Bei einigen Wenigen hatte dies religioese Gruende, bei anderen war es einfach der Zahn der Zeit, der am Mauerwerk nagte und so war es nicht mehr sicher diese zu erklimmen. Die hauptsaechlich deutschen und franzoesischen Restauratoren aus Kambodscha waren hier auch noch nicht angekommen. Allerdings war der Zustand der Tempel hier auch naturbedingt besser als in Angkor, da sie hier nicht vom Wald angegriffen wurden. Ausserdem wurden diese Tempel noch bis ins letzte Jahrhundert bewohnt.


eine von vielen Pagoden


In jeder Pagode befanden sich Buddhastatuen.


Unsere Mittagspause verbrachten wir wie gewuescht in einem kleinen einheimischen Restaurant etwas abseits der Souvenirshops und der fliegenden Haendler. Diese waren hier wirklich nervig. Keiner der grossen Tempel war ohne "Belaestigungen" zu erreichen. Und mit "Belaestigung" meinen wir auch Belaestigung. Diese Haendler ruecken einem nicht von der Pelle. Nicht einmal im Tempel lassen sie locker. Da muessen sich die Verantwortlichen noch einmal etwas einfallen lassen. Aber irgendwie kann man es ihnen auch nicht veruebeln. Wir waren schliesslich fast die einzigen Kunden in diesen Tagen.

Wir waren zu schnell unterwegs, oder unser Fahrer hatte die Tour schlecht geplant. Zumindest gab er uns zu verstehen, dass wir die geplanten Tempel bereits fast alle gesehen haetten und dass es zum Sonnenuntergang noch viel zu frueh war. Wir hatten mittlerweile mindestens zehn Tempel gesehen. Bei dem letzten kleineren, wo hauptsaechlich die in Stein gehauenen Bilder im Vordergrund standen, liessen Simon und Joe sich von einer Verkaeuferin burmesisch einkleiden. Als Dankeschoen kauften wir einen Wickelrock.


Simon und Joe in einheimischer Tracht


Da es nichts mehr zu sehen gab, entschieden wir erst einmal eine Kaffee- und Kuchenpause zu machen. Unser Fahrer war ein wenig seltsam. Zuerst gab es in dem Kaffee weder Kaffee noch Kuchen. Wir tranken ein Cola. Anschliessend brachte er uns doch noch zu einer Stupa, die wir sehen wollten, obwohl er jedoch vorher meinte, dass es etwas mehr kosten wuerde, weil sein Pferd erschoepft sei und die Shwezigon Paya (Paya = Stupa) in dem Ort lag, in dem wir wohnten. Wir meinten aber sofort, dass wir nicht mehr zahlen wuerden, da der Preis ein Tagespreis sei. Es stellt sich nur die Frage, weshalb wir sie nicht zu Beginn besucht haben, als Joe den Fahrer fragte, ob wir diese noch sehen wuerden und er bejahte.

Wir waren trotzdem zufrieden. Schliesslich konnten wir nun unsere Pagode sehen, ohne einen Aufpreis zu zahlen. Sie war sehr imposant und komplett vergoldet. Wenn einem nur nicht immer diese nervigen Haendler den Weg erschweren wuerden, die einen festhalten und die ganze Zeit vollschnacken.


Shwezigon Paya


Nach der Besichtigung fuhren wir noch zu einem Kloster am Ufer des Ayaryawady. Dieses war ebenfalls Teil des Zuchlags, den wir nicht zahlen wollten. Danach war es dann auch Zeit fuer den Sonnenuntergang. Hierfuer hatte er uns einen kleinen Tempel im Abseits ausgesucht. Wir hatten ihn zwar des Oefteren gebeten zum grossen Tempel zu fahren, an dem sich in der Hochsaison die Touristen draengeln, da wir dachten, dass es im Moment hier auch ruhig zugehen wuerde. Diesen sollten wir jedoch nicht zu Gesicht bekommen. Dieser Mann war einfach ein Mysterium fuer sich!

Wir genossen einen wunderschoenen Sonnenuntergang. Es war idyllisch und ruhig. Ausser dem Tempelwaechter und einem Franzosen waren wir die Einzigen, die den Sonnenuntergang von hieraus genossen. Allerdings wollte der Waechter direkt nach dem Untergang der Sonne schliessen. Er hatte einfach kein Gefuehl dafuer, wann es spannend wird, denn jetzt begann ein wunderschoenes Farbenspiel am Himmel. Dieses mussten wir nun allerdings auf dem Rueckweg von unserer Pritsche aus geniessen.

Zurueck im Hotel warteten wir auf unseren schottischen Freund, der aber nicht erschien. Wir hatten uns eigentlich zum Essen verabredet, aber mit der Puenktlichkeit haben es die Briten einfach nicht. Wir entschlossen uns ihm einen Zettel zu schreiben und schon einmal ins Internet zu gehen. Doch aus diesem Vorhaben wurde nichts. Die ersten beiden Laeden sagten uns direkt, dass es zur Zeit keinen Sinn haette, der naechste Versuchte es zumindest eine gute halbe Stunde und im vierten klappte es zunaechst, doch dann gab es mal wieder einen groesseren Stromausfall. Alles war umsonst, vor alle die Blogeintraege waren weg, alles geloescht!

Inzwischen ist Allaister zu uns gestossen. Wir entschlossen und in einem einheimischen Lokal, einem der letzten hier in der Strasse, zu essen. Es gab Reis sweet sour. Die Sosse schmecke allerdings nach Marmelade. Das Bier schmeckte umso besser. Joe ging dann auch wieder als erster ins Bett. Sein Magen laesst immer noch gelegentlich nach.

Der Weg nach Bagan - 06.12.2007

Der Bus, der direkt nach Bagan fahren sollte, fuhr wie alle Busse hier im Land sehr frueh ab. Fuer uns war 5.00 Uhr jedoch zu frueh. Also entschlossen wir uns ein weiteres Mal die Strecke Schritt fuer Schritt zu absolvieren, natuerlich mit erhoehtem Risiko am Zielort anzukommen.

Diesem Risiko bewusst, machten wir uns nach dem Fruehstueck um 7.00 Uhr mit dem tagszuvor bestellten Taxi zur Junction, 11 Km noerdlich an der Hauptverkehrsstrasse Taungiy - Meiktila. Kurz nachdem wir dort angekommen waren, stand auch schon der erste Minibus an der Strassenseite, der uns einsammelte. Die Preise, fuenf Dollar nach Meiktila, waren aufgrund der Oelpreiserhoehungen zwar gestiegen, doch immer noch vergleichbar mit den uebrigen Nachbarlaendern.

Joe hatte den besten Platz, direkt auf der Fahrerbank, weil der Bus schon brechend voll war. Es ging ueber die Plateaus in Richtung Kalaw, dem Trekkingparadies inmitten von Pinienwaeldern. Zwischenzeitlich hielten wir eine kanppe Stunde in einer kleinen Stadt. Weshalb? - Das wussten wir leider auch nicht.

Von Kalaw aus ging es weiter die bewaldeten Berge hinunter ins Tal des Ayaryawadys. Es wurde wieder allmaehlich warm. Trotz der Kaelte war die Hinfahrt auf dem Dach gemuetlicher. Der Sitzabstand war gleich Null, Joe hatte die Frontscheibe vor den Knien, Simon und Allaister ein paar Saecke unter den Beinen und den Fahrersitz vorne weg.

Meiktila erreichten wir gegen 14.00 Uhr. Eigentlich war es schon recht spaet, wollten wir doch noch weitere 140 Kilometer nach Bagan fahren. Am Busbahnhof wurden wir dann auch noch enttaeuscht. Es sollte erst um 17.00 Uhr der naechste Bus fahren und das von einer anderen Haltestelle.

Also fuhren wir mit Mopeds zu diesem Bussstand. Hier war so rein gar nichts los. Joe war stinkig, dass wir uns haben hier herlotsen lassen. Seiner Meinung nach haetten wir noch nach anderen Moeglichkeiten suchen koennen. Er begnuegte sich mit ein wenig Betelnuss, waehrend Simon und Allaister sich mit einer Burmesin unterhielten.

Als wir uns dann im Strassenlokal vor der Fahrt noch einmal staerken wollten und Essen bestellt hatten, hielt unser Bus auch schon vor der Baracke auf der anderen Strassenseite, und das zu frueh. Schnell cancelten wir die Bestellung, liessen die fertigen Nudeln einpacken und gingen auf das Dach des Busses. Im Innenraum war leider kein Platz mehr fuer uns.

Das Dach war bequemer als auf dem Pick-up. Wir hattem mehr Platz und die Federung des Busses schien auch besser zu sein. Nichtsdestotrotz, die Strasse war durchweg seit Inle bescheiden, einspurig, loechrig und nun wurde das Land auch noch wieder wellig. Es ging durch die Daemmerung auf und ab, Gas geben und bremsen. Die landschaftliche Schoenheit hielt sich auch in Grenzen, aehnlich einer Savanne, kaum Einwohner, ein paar Palmen.

Ab 18.00 Uhr sah man dann gar nichts mehr, ausser die Scheinwerfer des Busses, die in alle Richtungen abstrahlten. Auf einmal war es stockduster. Der Bus hielt. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die Batterie geflickt werden musste. Gott sei dank hatte Joe seine Headlamp mit, die anderen Funzeln brachten es nicht weit. Ein paar Kilometer spaeter hielten wir dann ein weiteres Mal, Dinnertime, wie nervieg.




Es ging dann noch weitere zwei Stunden auf dem Dach weiter, bis wir eine kleinere Stadt erreichten. Hier sollten wir dann in den Bus einsteigen. Die Strasse wurde besser und so heizten wir mit moerderischem Tempo die letzten 40 Meilen innerhalb von einer Stunde nach Bagan. Das Klappern und Quitschen im Bus war schon extrem.

Kurz vor Bagan ein weiterer Stop, wir mussten zehn Dollar abdruecken, offiziel war es die Besuchergebuehr. Gegen 22.00 Uhr fuhren wir mit Rikschas (diesmal seitlich am Fahrrad angebracht) angeblich umsonst zu einem ganz netten und guenstigen Hotel (10 Dollar). Wir entsschieden und zu bleiben. Trotzdem sollten wir 3000 Kyat (1 Dollar = 1200 Kyat) fuer die Rikschafahrt bezahlen. Wir zahlten natuerlich, entschlossen jedoch nicht einen von den Fahrern morgen frueh fuer unsere Kutschenfahrt (abends Rikscha fahren, tagsueber Kutsche mieten, ein hartes Leben) durch die Tempelanlagen Bagans zu waehlen. So etwas macht man einfach nicht, schon gar nicht mit uns.

Inle Lake - 05.12.2007

Um kurz nach 8.00 Uhr ging es mit unserem Bootsfahrer zum Anleger. Wir waren ein bisschen spaet dran, wollten wir doch noch einen Markt sehen, der vor allem frueh morgens am lebendigsten sein sollte.

Mit dem Longtail-Boat fuhren wir einen langen Kanal entlang. Ploetzlich hielten wir schon das erste Mal. Erst einmal mussten wir das Boot wechseln, irgendetwas lief nicht rund. Doch dann fuhren wir auf den See hinaus, der nicht besonders tief war, doch mit seinem Ausmass von bis zu 22 Km Laenge und einer maximalen Breite von 11 Km die Lebensader in dieser von Bergen umgebenen Ebene war.

Auf dem See tummelten sich viel kleine Fischerboote, die waehrend sie die Netze oder Bambusraeusen einholten mit ihren Fuessen weiter paddelten. Als wir den See groessten Teils ueberquert hatten, fuhren wir hinein in das von ettlichen Fluessen und kleinen Baechen durchzogene Sumpfgebiet, in dem sich auch die Doerfer und kleinen Orte befanden.


einheimischer Fischer


Der Markt war in erster Linie ein Touristenmarkt ohne Touristen, weil momentan nicht das beste Reiseklima vorherrscht. Demnach wurde man auch extremer bedraengt. Schon bei der Einfahrt in die Wasserstrasse wurde man von schwimmenden Verkaufstaenden empfangen. Wir wollten schnell weiter. Allister, unser schottischer Freund, war allerdings im Kaufrausch.


"Pagodenwald" nahe des Floating Markets


Kurz nach Ablegen hielten wir dann auch schon wieder an einer Silberschmiede. Der hauseigene Verkaufsstand war natuerlich die Hauptattraktion. Schnell tranken wir einen Tee, dann ging es weiter.

Wir fuhren in den naechsten Ort zu einer groesseren Pagode, die nicht besonders lohnenswert war. Also ging es weiter zu den Longneck-Frauen. Es war ein erneuter Verkaufsraum, in dem Frauen mit von Ringen gestreckten Haelsen fuer uns tanzen wollten. Wir verneinten, weil wir nicht wussten warum diese Frauen 150 Kilometer von ihrem eigentlichen heimischen Gebiet auf Touristen wareteten.


Typisches Dorf auf dem Inle See


Nach einer Schiffswert (Longtail aus Teak) gab es Mittagessen, das sich durch hohe Touristenpreise, langes Warten und mittelmaessige Qualitaet bzw. Portionen kennzeichnete. Es ging weiter durch die Floaeting Gardens (hauptsaechlich Tomaten), die von kleinen Baechen zur Ernte druchzogen waren zu einem Kloster. Es war erneut nichts Besonderes, ausser dass dort eine springende Katze zu Kunststuecken gezwungen wurde.


Sumpfgebiete, die als Floating Gardens genutzt werden.


Der Inle ist schon beeindruckend schoen, jedoch schon zu sehr touristisch. Ueberall wo man hinkam, gab es auch etwas zu kaufen. So entschieden wir uns auf den einzigen einsamen Platz inmitten des Sees zu fahren. Es war ein altes hoelzernes Offiziersgebaeude, schwimmend auf dem See sehr schoen gelegen. Doch das Wasser war nur fuer unseren schottischen Freund nicht zu kalt.

Nyaungshwe erreichten wir gegen 16.00 Uhr. Fuer die Tour zahlten wir 4 Dollar pro Kopf. Simon und Allister gingen noch in ein altes Haus, in dem die Verinten Nationen arbeiteten, trotz der politischen Lage. Abends machten wir uns auf den Weg in ein Internetlokal. Doch es gab einmal mehr keinen Strom. Wir wurden auf 19.00 Uhr vertroestet. Was sollten wir jetzt noch knapp zwei Stunden machen? Wir entschieden uns wieder einmal richtig lecker Pizza zu essen. Hier gab es uebrigens eine Mueckenplage.

Nach dem Essen stand der zweite Versuch Internet auf dem Programm. Doch es gab immer noch keinen Strom. Und wenn es hier einmal Strom gibt, dann sperrt der Staat das Netz vor allem Abends komplett, da dann die Touristen zu viel Zeit haben. Wir machten uns bettfertig, und das recht zeitig.