southeastadventures

Um dem trüben deutschen Herbstwetter zu entfliehen, haben zwei tapfere Vagabunden sich entschlossen ihren Sommer zu verlängern. Sie folgen der Sonne und starten eine große Ralley durch die beeindruckendsten Länder des asiatischen Kontinents. Auf dieser Seite könnt ihr vom Start in Delhi bis zum Ziel in Bangkok ihren Weg verfolgen. Viel Spaß...

Freitag, 21. Dezember 2007

Gwa oder doch lieber Yangon? - 17.12.2007

Heute sollte dann wirklich unser letzter Tag am Strand sein. Unser Bus fuhr erst um 12.30 Uhr ab. Somit hatten wir noch Zeit uns von der Sonne, dem Strand und unserer kurzzeitigen Heimat zu verabschieden, die wir schon so in unser Herz geschlossen hatten.

Nach dem doch recht langen gestrigen Abend und der Fahrt im Hinterkopf, schlief Simon erst einmal aus. Joe war schon frueher auf den Beinen und genoss das "leckere" Fruehstueck. Ein bisschen angeschlagen war er trotzdem noch. Deshalb gingen wir erst einmal ins kuehle Nass. Waehrend Simon den Strand entlang schwamm, zog Joe es vor sich im seichten Wasser des indischen Ozeans mit Rainer und Livingston zu unterhalten. Die Sonne knallte.

Wir packten unsere Sachen, assen noch kurz einen Chickensandwich (Toast) zum Mittag und stiegen, nachdem wir uns von allen verabschiedet hatten, in den Bus, der uns auf Bestellung des Hotels einsammelte.

Dieser sollte spaeter von Thandwe nach Yangon fahren. Tortzdem wollten wir in Gwa, einem kleinen Ort etwa auf halber Strecke, uebernachten, einerseits wegen der zu vermeidenden Strapazen von 18 Stunden Fahrt ueber eine burmesische Landstrasse, zum Anderen aufgrund der landschaftlich reizvollen Strecke.

Da der Preisunterschied zwischen dem Ticket nach Yangoon, bzw. nach Gwa verschwindend gering war, entschlossen wir uns erst einmal die komplette Strecke zu buchen und dann in Gwa zu entscheiden, ob wir weiterfahren wuerden, oder doch lieber in einem Hotel in Gwa naechtigen sollten.

Hierbei gab es allerdings noch zwei Probleme. Einerseits wuerden wir einen Bus benoetigen, der uns am naechsten Morgen in aller Fruehe weiter bis nach Yangon faehrt. Andererseits wussten wir auch nicht aus gesicherter Quelle, ob dieser Ort ueberhaupt ueber eine Herberge verfuegt, die uns aufnehmen darf. Die wenigsten Hotels im Land duerfen dies, weil fuer die Aufnahme von Touristen Konzessionen verteilt werden, die natuerlich teuer sind. Ausserdem unterliegen sie zusaetzlich etlichen Auflagen und Kontrollen.

Nachdem wir noch eine Stunde in Thandwe am Busbahnhof auf die endgueltige Abfahrt gewartet hatten, ging es um 14.00 Uhr los ins Ungewisse. Es ging auf einer "Strasse" entlang, die mit etlichen Schlagloecher gespickt war. Man koennte es auch besser als EIN Schlagloch beschreiben, welches einst eine Strasse gewesen zu sein schien und vielleicht in ferner Zukunft einmal wieder eine werden koennte.

Anfangs war die Strasse noch geteert. Es ging durch bewohnte und mit Reis angepflanzte Taeler. Die Huegel- und Bergketten waren zumeist mit dichtem Regenwald ueberzogen. Doch auch shifting Cultivation war teilweise sichtbar. Im Nordosten tuermten sich hohen Berge, im Suedwesten lag hinter Huegeln die Kueste.

Die Fahrt war eine Tortur fuer Koerper und Seele. Spaetestend als die Asphaltstrasse endete und wir auf einer Piste weiterfuhren, hatte die Busfahrt etwas von einer "i almost died-story". In der letzten Reihe, auf viel zu kleinen Sitzen, neben einem gelegentlich stinkenden Sack voller getrockneter Fisch, fuhren wir den huegeligen Kuestenstreifen entlang.

Im Staub der Piste erreichten wir in der Daemmerung das erste Mal die Kueste. Es war wunderschoen. Wir sahen verlassene Buchten und Fischerdoerfer, die unter Palmen direkt am Wasser lagen. Gegen 20.00 Uhr machten wir nahe der Kueste eine Pause, bereits die zweite innerhalb von zwei Stunden. Es blieben die einzigen Pausen des ganzen Tages. Wir assen Fried Prawns bzw. Fried Chicken in einem einheimschen Lokal an der Strasse.

Wir schlugen uns tapfer, doch wir waren nicht sicher, ob wir die Nacht durchfahren wollten. Andererseits wussten wir nicht, wie weit es noch nach Gwa ist. Also fuhren wir erst einmal weiter. Gegen Mitternacht ging es erneut die Berge hinauf. In dem Gebirge mussten wir erneut bei einem Check-point aussteigen. Es war aergerlich, weil wir schon geschlafen hatten.

Doch nun stand fest, dass wir durchfahren wuerden. Schliesslich hatten wir Gwa noch gar nicht erreicht, obwohl es die Haelfte der Strecke nach Yangoon sein sollte. Wir doesten vor uns hin. In der Tiefebene zurueck, das muss gegen 1.00 Uhr gewesen sein, bemerkten wir, dass die Strassen sehr gut wurden und der Bus zuegig vorankam. Anscheinend muss Gwa in der Ebene nur fuenf Stunden vor Yangoon gelegen haben. Eine Uebernachtung haette wenig Sinn gemacht.

Voellig erschoepft, muede und von Staub ueberzogen, erreichten wir gegen 6.00 Uhr morgens den Busbahnhof in Yangon. Von hier aus nahmen wir uns ein Taxi ins Hotel, es dauerte eine weitere halbe Stunde durch die gerade wach werdende Stadt. Doch dann checkten wir ein und fanden uns nur Minuten spaeter im Reich der Traeume wieder.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Ngapali Beach - 13.-16.12.007


13.12.2007 - Einmal mehr nichts tun ausser Nichtsstun


Der heutige Tag sollte am Strand verbracht werden. Schliesslich hatten wir die letzen Wochen nicht Anderes gemacht, als zu reisen. Uns sollte auch nichts stoeren. Wir schliefen aus, fruehstueckten und gingen ersteinmal schwimmen. Es war einfach wieder an der Zeit nichts zu tun, zu relaxen, sich zu braeunen und etwas abzuschalten. Es gab keinen Wecker, keine Busfahrt, kein Sightseeing und keine Souvenirshops.


Da unser Fruehstueck im Hotel ziemlich bemaengelnswert war, weil es unter anderem kaltes Ruehrei und kalte Spiegeleier gab, hatten wir recht schnell wieder Hunger. Wir gingen erneut in das Lokal des nicht zu beneidenden Burmesen, der uns gestern angesprochen hatte. Er erzahlte uns, dass momentan nur 20% der Touristen in Ngapali waeren und dass das Geschaeft sehr schlecht laufen wuerde. Normalerweise seien 60% der Reisenden hier Deutsche. Dementsprechend liegt es an uns, die momentane Situation zu aendern.

Diesmal hatten wir Verstaerkung mitgebracht. Alleister und die drei Deutschen waren auch dabei. Es war sehr lustig. Besonders Rainer, der Biertrinker aus Muenchen, hatte immer einen lustigen Spruch auf Lager.

Nach einem weiteren Bad im Meer spielten wir am Abend wieder Fussball. Doch wir mussten erneut eingestehen, dass die Jungs an "ihrem" Strand einfach unschlagbar waren. Nebenbei genossen wir waehrend des Spiels erneut einen wunderschoenen Sonnenuntergang. Joe hatte nach einer kleinen Verletzung sogar noch die Zeit ein paar Bilder zu machen. Doch der gestrige Sonneuntergang war nicht zu schlagen.


Strandfussball


Die perfekte Kulisse fuer ein Fussballspiel!


Ein weiterer Sonneuntergang


Spaeter gingen wir noch mit Alastair, den wir schon gar nicht mehr erwaehnen muessen, da er eigentlich immer dabei ist, in unser Restaurant. Mit dem Besitzer besprachen wir noch die Details fuer die morgen geplante Bootstour. Anschliessend trafen wir die anderen im Hotelrestaurant und gingen daraufhin recht frueh ins Bett.



14.12.2007 - Schnorchel- und Angeltour

Nach dem Fruehstueck trafen wir uns um 9.00 Uhr mit unserem Guide und seinem Bootsfuehrer. Bis allerdings alle bereit waren, dauerte es eine Weile. Alleister brauchte seine Zeit, Nina musste noch schnell Wasser besorgen und Dr. Livingston (Ninas Freund) mussten wir vor seiner Huette abholen, da er sich vor zwei Wochen den Fuss ganz uebel verstaucht hatte. Rainer hatte keine Lust. Er wollte lieber lesen und Bier trinken, ein waschechter Bazi halt.

Mit unserem kleinen Boot fuhren wir zunaechst zu einer kleinen Insel, vor der wir ankerten, um zu schnorcheln. Die Voraussetzungen haetten nicht besser sein koennen. Das Wasser war glasklar, kein Wind und die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Fuer eine knappe Stunde genossen wir die angenehme Abkuehlung und erkundeten die lebhafte Unterwasserwelt. Es war vielleicht nicht die schoenste, die wir je gesehen haben, aber sie war trotzdem beeindruckend und vielfarbig. Es gab keine riesigen Fischschwaerme, dafuer aber vereinzelte Prachtexemplare, die es mit Nemo aufnehmen konnten. Die Koralle waren leider nicht so atemberaubend.

Nach dem ersten Tauchgang fuhren wir um die Insel herum und versuchten uns im Fischen. Unsere Guides gaben uns eine leere Plastikflasche, an der eine Sehne befestigt war, die mit dem Haken abschloss. Als Koeder bekamen wir kleine tote Fische. Gefangen haben wir leider nichts, was natuerlich auch an der Tageszeit und der viel zu kurzen Zeit lag, die uns die Bootsfuehrer an den jeweiligen Revieren gaben.




Fischer vor der mit Palmen gesaeumten Kueste


Anschliessend ging es auch schon wieder zum naechsten Tauchrevier. Doch wir wollten weiter Fischen und so schnappten wir uns nach wenigen Minuten Schnorcheln erneut die "Ruten" und versuchten unser Glueck. Der Ehrgeiz war geweckt, doch es gab wieder keinen Erfolg. Einzig und allein Joe durfte einen schon angebissenen Fisch vom Bootsmann aus dem Wasser ziehen.

Zum Glueck hatten unsere Guides mit einer so miserablen Ausbeute gerechnet. Daher hatten sie Fisch mitgebracht, den wir auf einer kleinen, paradiesischen, einsamen Insel gegrillt serviert bekamen. Die Kroenung allerdings war, dass die zwei "Inselbewohner" sogar gekuehltes Bier fuer uns bereithielten, traumhaft.




Relaxen nach getaner Arbeit


Nach den Essen machten wir uns leider auch schon auf den Rueckweg. Diese Tour haette auch gut und gerne zwei Tage fuellen koennen. Zurueck am Strand wollten wir heute endlich einmal Bilder vom Sonnenuntergang machen und eben diesen geniessen. Doch heute wollte uns das Wetter nicht treu bleiben. Kurz vor dem Sonnenuntergang zogen Wolken auf und versperrten uns die Sicht. Da haetten wir besser noch einmal mit den Jungs kicken koennen.

Am fruehen Abend gingen wir mit den anderen deutschen ins deutsche Nachbarhotel, in dem eine Uebernachtung bis zu 200 Dollar kostete. Doch die Bar direkt am Strand offerierte Cocktails zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr zum halben Preis. Sie kosteten immer noch zwei Dollar. Doch damit konnten wir uns abfinden.

Nach einem Mojito gingen wir erneut zu unserem Stammlokal. Joe ass seinen Krebs, Simon bevorzugte dann doch lieber Chicken. Doch da das Essen lecker, aber wie immer nicht ueberragend war, entschlossen wir uns morgen einmal im Hotelrestaurant zu essen. Aufgrund unserer Geldknappheit konnten wir die Bootstour leider nicht bezahlen. Wir gaben unserem Restaurantbesitzer jedoch den Auftrag morgen auf dem Markt Dollars zu tauschen. Hier am Strand waren die Kurse miserabel. Nach dem Abendessen gingen wir noch kurz zu den Anderen ins Hotelrestaurant, dann aber zuegig ins Bett.



15.12.2007 - Der letzte Strandtag


Der heutige Tag sollte erneut im Zeichen der Sonne stehen. Es ist schliesslich der letzte Strandtag fuer eine unertraeglich lange Zeit. So liessen wir es ruhig angehen, fruehstueckten spaet und verbrachten den Tag am Strand und in den Liegen im Halbschatten. Wir mussten schliesslich noch einmal etwas fuer den Taint tun.


Ngapali Beach


Unser Bungalow direkt am Strand


Nachdem wir uns am Nachmittag ein Chickensandwich gegessen hatten, gingen wir erneut ins Wasser, bevor wir unser Geld abholten. Dies sollten wir eigentlich schon heute morgen machen, doch waehrend wir relaxten, vergassen wir sogar die geringsten Pflichten. Unser burmesischer Freund musste uns erst darauf hinweisen, dass er noch Geld von uns hat. Abends versuchten wir nach dem Sonneuntergang ein weiteres Mal ins Internet zu gehen, um die Werder-Ergebnisse abzurufen. Heute sollte es besser enden. Wir feierten einen 5:2 Erfolg gegen Leverkusen.


Blick von unserer Hotelveranda


Wir assen mit der gesamten Truppe im Hotel zu Abend. Es gab sehr leckere Menues mit einer Suppe als zur Vorspeise und tollen Fischgerichte. Nur zu bloed, dass Simon keinen Fisch mag. Beim Essen beschlossen wir kurzfristig, den Strandaufenthalt doch noch um einen Tag zu verlaengern. Es war einfach zu schoen hier.

Ausserdem hatten wir sehr viel Spass. Rainer war der Knueller. Gestern ist er in unseren Nachbarbungalow umgezogen. Das erste, was wir heute Morgen hoerten, war Rainers Stimme: "Hey, Stadtmusikanten, seids ihr scho wach?" Seit diesem Zeitpunkt hatten wir einen neuen Spitznamen, genau wie zuvor schon Livingston, der mit Kruecke und Hut dem schottischen Missionar und Afrikaforscher aehnelte. Da wir aber nicht unkreativ waren, nannten wir ihn ab sofort "Hofbraeuhaus", war doch Bier sein Lieblingsgetraenk.

Nach dem Essen schmiss Rainer - alias das Hofbraeuhaus - noch eine Runde Whisky, die sich mit zurueckhaltender Unterstuetzung Simons und im Beisein Livingstons auch zuegig lehrte. Joe ging recht frueh ins Bett.



16.12.2007 - Der allerletzte Strandtag


Wir entschlossen uns noch einmal zu einem Fischertrip, so gut hat uns das Angeln gefallen, obwohl wir nichts gefangen hatten. Doch der Ehrgeiz war noch vorhanden. Die Schmach von vor zwei Tagen wollten wir beseitigen.

Somit liehen wir uns gegen 11.00 Uhr im Hotel Fahrraeder aus und fuhren ins etwa fuenf Kilometer entfernte Fischerdorf. Es ging an vielen Hotelanlagen vorbei. Diese passten sich uebrigens sowohl vom Strand, als auch von der Strasse aus widererwartend gut ins Bild ein. Man sah keine zehnstoeckigen fuenf Sterne Hotelkomplexe, sondern kleine, aber z.T. auch sehr feine Anlagen.

Die Strasse war mangelhaft. Wir fuhren zwischen den vielen Schlagloechern Slalom. Im Dorf fuhren wir durch eine kleine sandige Gasse nach Sueden an den Strand, wo wir unsere Fahrraeder abstellten. Es schien, als haetten die Einheimischen eher selten touristischen Besuch.

An einer kleinen Bucht, die hinter dem vier Kilometer langem Strandabschnitt von Ngapali lag, ankerten die Fischerboote des Dorfes. Nur 100 Meter von der Kueste entfernt lag die Insel, an der wir geschnorchelt hatten.


Frauen beim Auslegen von Fisch


Einen Bootsfuehrer fuer eine kleine Spritztour konnten wir allerdings nicht finden. Sie schliefen alle um diese Zeit, da sie nachts hinausfuhren, um ihrer Arbeit nachzugehen. Ausserdem sprach hier niemand englisch. Der Ausflug hierher hatte sich trotzdem allemal gelohnt. Wir tauchten ein in ein typisches burmesisches Dorf, das komplett vom Fischfang lebte. Die kleinen Betriebe waren alle damit beschaeftigt den Fisch zu saeubern, bzw. zum trockenen auszulegen.

Anscheined hatten die Japaner schon die Finger nach dem Fisch ausgestreckt. Die vielen Fischerboote, die man in der Nacht durch die Fisch anlockenden Lampen beobachten konnte, - ein Schiff lockt die Fische an, ein anderes zieht sein Netz herum - waren wie an einer Kette aufgereiht. Die Vielzahl liess nicht auf den Verkauf auf dem einheimischen Markt schliessen.

Nachdem wir an dem recht dreckigen Strand die 500 Meter bis nach "Ngapali Beach" gelaufen waren, fuhren wir zurueck ins Dorf. Da das Dorf auf einer Halbinsel lag, radelten wir noch auf die andere Seite des Oertchens, wo ebenfalls eine mit Fischerbooten und Palmen gesaeumte Bucht lag. Da der Stramd sehr dreckig war, ging es ueber eine "Schlaglochstrasse" weiter an die Spitze der Halbinsel. Hier ruhten wir uns ein wenig aus, genossen den Blick ueber das Meer und die nordoestlich gelgene Kueste und probierten eckelige burmesische Suessigkeiten. Natuerlich musste auch unser Wasserhaushalt wieder aufgefuellt werden.

Nachdem wir erkannt hatten, dass wir keine Angeltour mehr unternehmen wuerden, entschlossen wir uns zurueck zu fahren, um noch einmal ausgiebig zu baden. Nach gut zwei Stunden waren wir gegen 13.30 Uhr zurueck am Hotel. Wir gingen schnell ins Wasser, bevor wir noch einmal bei unserem Burmesen im Lokal zu Mittag assen und uns verabschiedeten.

Am Strand vertrieben wir uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang. Dieser war atemberaubend, der schoenste, den wir hier gesehen hatten. Doch gerade jetzt waren die Batterien der Kameras leer. Abends assen wir noch einmal alle zusammen im Hotelörestaurant, Rainer, der "Bazi". Alastair, der Schotte. Dr. Livingston und Nina, die Berliner und wir, die einzig Normalen.

Nach einem erneut sehr leckerem Fischmenue schmiss Rainer einmal mehr eine Flasche Whisky auf den Markt. Dieser kostete in einer Literflasche gerade einmal 3000 Kyat. Alastair hatte sich inzwischen verabschiedet. Er bekam sein Essen versehentlich nicht. Daher war er beleidigt, der Kellner bekam einen Einlauf. Als Alastair in die Kueche kommen sollte, dachten wir, dass sich alles regeln wuerde. Doch er tauchte den Abend nicht mehr auf. Einmal mehr eine sehr seltsame Aktion von ihm, der arme Kellner.

Als die eine Flasche leer war, mussten die Reste des gestrigen Abends herhalten. Simon verabschiedete sich noch vor Livingston. Das sah ihm nach harter Arbeit aus. Wie sich spaeter herausstellte, war es das auch. Joe leistete Rainer mit einem dazugestossenen Deutschen noch bis zum Ende der Leerung der dritten Flasche tatkraeftige Unterstuetzung. Es war ein langer Abend, aber es hatte sich gelohnt, ein wuerdiger Abschied von wirklich netten Reisebekanntschaften.

Endlich wieder Strand - 12.12.2007

Um 5.30 Uhr morgens ging die Sonne auf. Der Sonneaufgang in den Bergen war wunderschoen. Doch so richtig wach wurde Joe nur durch die Vollbremsung des Fahrers und das hektische Suchen nach einer CD. Die Gebetsstunde war eingeleutet. Da hatte der Fahrer noch einmal Glueck gehabt. Nun droehnte eine dumpfe Moenchsstimme durch die Lautsprecher, die irgendwelche Phrasen vom Nirvana vor sich hin meditierte.

Es ging die bewaldeten Berghaenge hinab in die Tiefebene. Die Kueste naeherte sich. Um 7.00 Uhr erreichten wir inmitten einer tropischen Vegetation Taunggok, eine kleine Provinzstadt nahe des indischen Ozeans. Am Busbahnhof entschieden wir dann ein letztes Mal weiter nach Nagpali Beach zu fahren, da umliegende Inseln nicht zu betreten waren.


Unser "Nachtbus" bei der Ankunft in Taunggok


Also suchten wir uns eine Mitfahrgelgenheit nach Thandwe, eine kleine Stadt bei Nagpali Beach. Uns blieb ein weiteres Mal nur das Dach des Kleinlasters, dessen Ladeflaeche schon dermassen mit Personen vollgepackt war, das wir uns auf keinen Fall dahinein begeben wollten. Die Fahrt sollte eingentlich fuenf Stunden dauern. Wir sollten urspruenglich um 13.00 Uhr ankommen.

Die Fahrt war wunderschoen. Wir schlaengelten uns durch kleine Taeler, die mit Reis bestellt waren. Darumherum befanden sich hauptsaechlich mit Regenwald bedeckte Berge und Huegel. Nach der Mittagspause fuhren wir in flacheres Gebiet, das Meer konnte also nicht mehr so weit entfernt sein.


Joe waehrend der Mittagspause auf unseren Plaetzen


Regenwald bedeckte Berge nahe der Kueste


Doch aus irgendwelchen Gruenden hielten wir inmitten der Wildnis. Der Motor wollte nicht mehr mitspielen. Da niemand so recht wusste, was nicht mehr funktionierte, wurde einfach jede Fluessigkeit nachgefuellt, die nachgefuellt werden konnte.

Wir hielten noch zwei weitere Male. Der ganze Spass sollte uns 1 1/2 Stunden kosten. Die anderen drei Deutschen (Rainer aus Bayern, Nina und der am Fuss verletzte Livingston mit seiner Kruecke aus Berlin, der ausnahmsweise in der Fahrerkabine mitfahren durfte), die unten im Wagen mitfuhren, beschwerten sich auch schon ueber den Kotzgestank. Es uebergab sich ungelogen jede zweite Frau. Gluecklicherweise entschieden wir uns ein weiteres Mal fuer die Dachfahrt.

Kurz vor Thandwe (eine weitere Provinz(haupt)stadt) ein weiterer Checkpoint, nur fuer Touristen, den wir von der letzten Panne aus kurz erlaufen hatten. Dadurch kostete dieser, nur fuer uns eingerichtete Checkpoint, nicht unnoetig an Zeit. Doch dann hatten wir es endlich geschafft. Mit der Trischa ging es mit den anderen drei Deutschen die letzten zehn Kilometer nach Ngapali Beach, wo wir so gegen 15.00 Uhr eintrudelten. Was war das fuer eine Fahrt!

Waehrend wir das erste Mal seit langem wieder im indischen Ozean planschen konnten, sprach uns ein Einheimischer an, ob wir nicht in sein Restaurant zum Abendessen kommen wollten. Da sein Lokal am Ende der Strasse lag, war gerade er von der Touristenflaute betroffen.

Nachdem wir mit etwa 20 Burmesen waehrend des Sonneunterganges eine gute Stunde Fussball am Strand gespielt hatten (die Jungs waren saustark), gingen wir in einem Nachbarhotel ins Internet, fuer einen Dollar die zehn Minuten. Werder hatte verloren, 3:0 gegen Piraeus, das Aus in der Champions League. Eingeknickt gingen wir zu unserem Freund ins Restaurant, der u.a. zuvor beim Fussball auch mit von der Partie war. Das Essen war durchaus gut. Er hatte neue Stammkunden gewonnen. Aschliessend setzten wir uns noch ins Hotelrestaurant an den Strand und tranken mit den drei Deutschen ein Bier.

Eine Nachtfahrt zum Abgewoehnen - 11.12.2007

Wir entschlossen uns unser Bestes zu geben, nicht den Nachtbus nehmen zu muessen. Doch jeden den wir fragten, ob unsere Chefin im Hotel (die uebrigens sehr nett war) oder Taxifahrer: Es hatte einfach keinen Sinn. Auch den Weg Schritt fuer Schritt zu absolvieren war nicht moeglich. Es gab anscheinend sechs Checkpoints auf dem Weg und es war unmoeglich ohne oeffentlichen Bus an diesen Barrieren vorbeizukommen.

Also entschlossen Simon und Joe nach dem Fruehstueck nicht loszufahren. Wir stellten unser Gepaeck ins Hotel und diskutierten. Alleister war an solchen Diskussionen manchmal nicht interessiert, manchmal einfach nicht mit einbezogen. Wir waren nun einmal der Meinung, dass wir unseren Weg weiter durchziehen, egal wer mit uns reisen will.

Joe war von Nagpali Beach nicht mehr ueberzeugt: Eine weitere harte Nachtfahrt, dann Erzaehlungen von neuen Hotelbauten (fuenf an der Zahl) und ueberhoehte Preise, andererseits waren die anderen Straende schwieriger zu erreichen, nicht so gut ausgestattet und anscheinend nicht so schoen.

Letzendlich entschlossen wir uns doch an dem urspruenglichen Plan festzuhalten. Der Bus sollte heute Abend gegen 18.00 Uhr losfahren. Sollten wir nun eine Erkundungstour durch Pyay machen? Wir entschieden uns dagegen, weil wir unseren Blog auffrischen wollten. Wir verbrachten nach einer kurzen Wartezeit (einmal mehr kein Netz) gut drei Stunden im Netz, bevor wir gegen 14.30 Uhr am Hauptplatz der Stadt in einem Restaurant Bratnudeln assen. Alleister kam kurze Zeit spaeter nach.

Um 16.00 Uhr noch einmal das Gleiche, wir verbrachten nach einer gerauen Wartezeit (diesmal war alles belegt) eine weitere Stunde im Internet. Erstauneswert war in unserem Internetlokal das grosse Hackenkreuzposter und Bilder von Adolf im Hinterzimmer. Alles Reden und Erklaeren half nichts. Besonders Alleister bemuehte sich, doch der einheimische Geschichtsstudent war von unserer Geschichte dermassen fasziniert, dass er den Fuehrer verehrte.

Als wir ihm erklaerten, dass er einer der ersten gewesen waere, der umgebracht worden waere, wuerde der Krieg bis nach Myanmar verlaufen sein, nahm er es hin. Anstatt weiter zu diskutieren zeigte er uns lieber seine Bildersammlung von der SS.

Allgemein wird Adolf Hitler nicht nur in Indien heimlich verehrt. Hier in Myanmar hatte jeder dritte maennliche Motorradfahrer einen schnittgetreuen Soldatenhelm mit Hakenkreuzsymbol auf.

Um 17.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, mit einer motorisierten Trischa. Am Busbahnhof grosse Verwirrung, es gab zwei Moeglichkeiten nach Taunggok zu kommen, ein Reisebus, der etwas teurer war und ein Cargobus mit wenigen Plaetzen fuer wenig Geld. Den Expressbus um 21.00 Uhr gab es anscheinend nicht mehr. Nach langem Hin und Her entschlossen wir uns nicht den altertuemlichen Cargobus zu nehmen, zu gering war der Sitzabstand und zu hoch waren die Saecke unter den Sitzen gestapelt.

Wir buchten den Reisebus, gaben unsere Paesse fuer die noetigen fuenf Kopien ab und warteten. Im Endeffekt war dieser Bus nichts Anderes als der Cargobus. Die Saecke waren auch hier in den Gaengen und im hinteren Teil des Busses gestapelt, einzig und allein unter den Sitzen hatte man "genuegend Platz" seine Beine auszustrecken. Joe bekam, nachdem er im "Buero" beim Buchen auf seine langen Beine aufmerksam gemacht hatte, einen Einzelplatz genau vor der Vordertuer. Glueck gehabt. Bequem war es trotzdem nicht.

Um 20.00 Uhr ging es dann los durch die Dunkelheit. Gluecklicherweise versetzte ein riesiges Schlagloch den DVD-Player in die ewigen Jagdgruende. Karaoke hatte sich damit erst einmal erledigt. Wir hielten an mehreren Checkpoints, machten einen Halt beim Abendessen und weiter ging es durch die Dunkelheit. Ein weitere Checkpoint, diesmal durften zwei der sieben Touristen an Bord nacheinander mit ins Buero. Rainer, ein Bayer, mit dem wir noch viel Spass haben sollten und Joe. Es ging mit einem Chopstick und seinem Moped 100 Meter zurueck zum Checkpoint. Er stellte ein paar Fragen, Small Talk. Joe hatte keine Lust sich grossartig zu unterhalten. Seltsam war nur, dass er bei dieser gesamten Aktion Simons Pass kontrollieren liess.

Schlafen war bedingt meoglich. Simon machte sich ueber die Saecke im Gang breit, Joe konnte wenigstens seine Beine auf den Motorblock ausstrecken, ganz angenehm, bedenkt man, dass die ganze Nacht die Tuer offen stand und es doch recht mild war. Es ging quer durch die Berge auf einer schmalen sehr rumpeligen Strasse.

Nun fragt man sich, weshalb die Busse nachts durch die Berge fahren und nicht tagsueber. Der gesunde Menschenverstand besagt eigentlich, dass Nachtfahrten durch bergiges Gebiet vor allem mit solchen Bussen zu gefaehrlich sind. Wir haben ganz nebenbei erfahren, dass in Myanmar das ganz anders gesehen wird. Tagsueber sind aufgrund der kurvigen Strasse sehr viele Frontalzusammenstoesse passiert. So richtig Gas geben kann man aber nur bei Dunkelheit, wenn man die Lichter der entgegenkommenden Fahrzeuge sieht.

Wir wurden noch einige Male wach, durch Checkpoints, einem platten Reifen und zu allem Unheil lief der Karaokekasten wieder, zwar nicht durchgaengig, aber immer einmal wieder und gelegentlich auch voll aufgedreht.

Wie in ganz Myanmar war das oeffentliche Verkehrssystem sehr gut ausgebaut. Viele Busse kamen uns im Niemandsland entgegen, obwohl wir hier wirklich im Nichts waren, von Pyay bis nach Taunggok, im Nichts.

Schnell runter vom Dampfer - 10.12.2007

Das war einmal mehr eine unentspannte Nacht. Alles begann mit dem schnarchenden Moench. Dieser Geraeuschpegel war mit dem saudischen Saegewerk aus Mumbai zu vergleichen. Um 3.00 Uhr ging dann eine Kerze an. Die Moenche entschlossen sich zu meditieren. Das waere nicht so schlimm gewesen, wenn sie die Raeucherstaebchen nicht angemacht haetten.

Und dann der harte Boden, bei jedem Umdrehen spuehrte man seine Knochen. Um kurz vor 6.00 Uhr wurde dann auch noch der Generator angeschmissen. Das Licht ging an, Joe machte es noch im Halbschlaf schnell aus. Doch das war zu spaet. Die Moenche waren schon lange wach, sie machten es einfach wieder an. Hinzu wurde es draussen heller. Von Schlaf war keine Rede mehr, spaetenstens dann nicht mehr, als die fuenfkoepfige Familie ihr brummendes, Propaganda verbreitendes Radio anschmiss.

Wir gingen schnell aus dem Mief nach unten, um den Sonnenaufgang zu geniessen. Wir legten auch zuegig ab, schliesslich mussten wir noch Zeit gutmachen. Der Sonnenaufgang war der Hammer. Das kurz darauf folgende Fruehstueck im "Restaurant" hatte dagegen nicht den Namen eines Fruehstueckes verdient. Es gab oeltriefende Nudeln mit Spielgelei obendrauf.




Einmalig!!!


Um kurz nach 11.00 Uhr erreichten wir Magwe. Eigentlich dachten wir, dass alles ein wenig schneller gehen wuerde. Aber es war auch eine Sandbank im Weg. Also mussten wir herunter vom Kutter und den Bus nach Pyay nehmen. Ehrlich gesagt waren wir auch froh darueber, nicht noch eine Nacht laenger auf dem Boot schlafen zu muessen. Zu gut, dass wir nur fuer eine Nacht gezahlt hatten.

Mit der burmesischen Rikscha, seitlich sitzend neben dem Fahrer, ging es 20 Minuten zum Busbahnhof. Hier im Ort waren wieder eine Menge "Autos" unterwegs, wir fuehlten uns wie Weltstars. Touristen waren hier Mangelware, nicht ohne Grund: Magwe war die einzige groessere Stadt in Myanmar, die bei den Unruhen im Jahre '88 keine Demonstranten "zu beklagen" hatte, Pro Junta - schnell weg!!!

Sehenswert war der Busbahnhof nicht, vielleicht ein riesigen Schild, auf dem stand, dass Drogenhandel mit dem Tode bestraft werden kann, eigentlich nichts Bemerkenswertes in einem Land, wo sogar HIV-Kranke angeblich von den Strassen geholt werden, um hingerichtet zu werden.


Waechst dort hinter dem Schild etwa eine Marihuana-Pflanze?!?!


Nach einem Tee und einigen Trockenkuchen, fuhren wir um 14.00 Uhr mit dem Bus nach Pyay. Der Bus war sehr gut, aber auch teuer. Doch auf den Abendbus konnten wir aufgrund des Zeitdruckes nicht warten. Wir erfuhren auch schnell, warum die Preise so drastisch gestiegen sind. Grund ist nicht nur das Benzin, sondern es sind vor allem die zahlreichen Checkpoints, an denen den Busunternehmen jedesmal Geld abgeknuepft wird.

Die Fahrt war langweilig. Es ging eigentlich die ganze Zeit durch die Dry Zone, in der viel angepflanzt wurde. Die Strasse fuehrte natuerlich einmal mehr durch die endlosen, riesigen und wunderschoenen Alleen. Zwischendurch machten wir noch einen Teestop mit leckerem Kuchen. Kurz vor Pyay erreichten wir fuer kurze Zeit die Ufer des Ayaryawadys, genau richtig zum Sonnenuntergang.

Pyay erreichten wir gegen 20.00 Uhr. Wir waren wieder einmal planlos, was das Hotel anging. Es gab einige um den Busbahnhof, doch Touristen durften hier groesstenteils nicht naechtigen. Alleister brauchte immer ein bisschen laenger, um Dinge zu planen oder auszuhandeln. Wir uebernahmen es irgendwann wieder, als es uns zu lange dauerte.

Es ging mit der Rikscha (Trischa, wie ueberall in Myanmar) eine ganze Weile in den Ort. Unser ausgewaehltes Hotel war geschlossen, der Junta wegen. Als wir weiterlaufen wollten, wurden die Fahrer grantig, da sie keine Provision mehr abgreifen haetten konnten. Da der Preis bis hierher sehr guestig war, liessen wir uns die wenigen Meter zu einem von zwei Hotels bringen.

Der Preis war mit 10 Dollar fuer das Doppelzimmer in Ordnung, inklusive Fruehstueck natuerlich. Joe ging schnell ins Bett, Simon noch mit Alleister abendessen. Es gab uebrigens ein weiteres Problem. Es fuhr kein Bus morgen Frueh an die Kueste. Angeblich gab es nur Nachtbusse.
Nicht schon wieder so eine Nacht!!!