southeastadventures

Um dem trüben deutschen Herbstwetter zu entfliehen, haben zwei tapfere Vagabunden sich entschlossen ihren Sommer zu verlängern. Sie folgen der Sonne und starten eine große Ralley durch die beeindruckendsten Länder des asiatischen Kontinents. Auf dieser Seite könnt ihr vom Start in Delhi bis zum Ziel in Bangkok ihren Weg verfolgen. Viel Spaß...

Sonntag, 11. November 2007

Trekking, Caving und Kayaking an einem Tag!!! - 10.11.2007

Liebes Tagebuch,

es ist ein wunderschoener Samstag im November und wir werden auf unserer "Discover Vang Vieng Tour" durch Hoehlen streifen, Reis bewachsene Taeler bewandern und mit dem Kajak durch Stromschnellen jagen, was kann es Schoeneres geben?

Aber zunaechst mussten wir uns aufraffen, denn der Abend mit Dr. Steven bei Addy war ziemlich kraefteraubend. Was wir jetzt brauchten, war ein gutes Fruestueck und ein starker Kaffee bzw. ein magenfreundlicher Tee. Und jetzt glaubt nicht, dass Simon den Tee brauchte. Der weiss naemlich doch, wann genug ist und erfreut sich heute Morgen bester Gesundheit. Der Magen meldet sich eher woanders.

Frisch gestaerkt ging es zum Treffpunkt. Dort angekommen konnte es auch schon losgehen. Wir hatten Glueck, unsere Gruppe war recht klein. Zunaechst fuhren wir mit drei Hollaendern und einem Englaender (unsere Freunde sind nun einmal ueberall) im Pick-up 13 Kilometer nach Norden, wo die Tour starten sollte.

Schnell die Wanderschuhe angeschnuert und los konnte es gehen. Bis zur ersten Hoehle war es nur ein kurzer Weg. Die Hoehle aber war klein und auch nicht wirklich sehenswert. Elefant cave hiess sie, ein Stueck Stein, das ein wenig an einen Elefanten erinnerte, eine Buddhastatue und ein "Fussabdruck" Buddhas.

Wir wanderten weiter zur naechsten Hoehle, quer durch Reisfelder durch das Tal zu den riesigen Kalksteinfelsen. An einem Sammelpunkt schnallten wir uns Taschenlampen auf den Kopf, die Klettertour konnte beginnen. Diese Hoehle war schon wesentlich groesser. Wir kletterten einige Minuten herab, um an eine Stelle zu gelangen, an der die Steine am Boden so geformt waren, als wuerde hier eine riesige Schlange liegen. Der Guide machte hierzu auch einen "Witz" nach dem anderen. Zu etwas Anderem reichten seine Englischfaehigkeiten dann leider doch nicht aus.

Die dritte Hoehle war gleich nebenan. In ihr ist im letzten Jahr ein Japaner gestorben. Der Depp ist alleine, ohne Fuehrer in die Hoehle geklettert. Irgendwann erlosch dann seine Kerze. Wir erlebten, wie dunkel es ohne Taschenlampe in so einer Hoehle werden kann.

Nach der zweiten Hoehle war es erst einmal Zeit fuer ein BBQ, und es war verdammt lecker. Es gab einheimisches Essen: klebrigen Gemuesereis mit Schaschlik und Baguette serviert auf einem Bananenblatt.

Nach dem Essen erneut die Wanderschuhe geschnuert und los ging es. Es stand noch viel auf dem Programm. Die Umgebung war einfach wunderschoen. Zwischen den mit Regenwald bewachsenen Bergen hindurch, an Reisfeldern vorbei, ging es etwa eine dreiviertel Stunde in Richtung Treffpunkt mit unserem Taxi, welches uns zum Startpunkt der Kajaktour bringen sollte.




Nach einer kleinen Einweisung durch unseren Guide ging es auf das Wasser, Stromschnellen der Grade drei bis vier wurden uns versprochen. Aber was heisst das eigentlich? Wir hatten keine Ahnung. Schwimmwesten brauchten wir jedoch nicht, schliesslich konnten wir schwimmen.

Als wir die erste Schnelle hoerten, fragten wir uns, ob wir uns das eigentlich gut ueberlegt hatten. Das hoerte sich irgendwie doch schon nach einem Wasserfall an, so ein bisschen zu mindest. Aber nein, es war doch "NUR" eine Stromschnelle. Eine ziemlich schnelle zwar, aber das machte verdammt viel Spass und wir hatten es auch voll drauf, meinten wir zumindest.

An einer der naechsten Schnellen kam uns allerdings ein Baum in die Quere, wir kenterten, so ein Scheiss. WIR...Gekentert, und die Hollaender nicht. Dabei hatten die es ueberhaupt nicht drauf, wie peinlich. Aber was macht dieser scheiss Baum auch mitten im Fluss, mitten im Weg. Von so einem liessen wir uns den Spass allerdings nicht verderben. Das erhoeht nur unseren Ergeiz. Von nun an machte es richtig Spass, denn nasser konnten wir nicht mehr werden. Also nahmen wir volles Risiko und fuhren quer durch die Schnellen.

Nach einer Weile war es Zeit fuer eine Pause, fuer ein Bier Lao. Doch wo? Hier? Hier draussen in der Natur? Ihr werdet es nicht glauben. Ploetzlich tauchte doch tatsaechlich eine Bar nach der anderen am Flussufer auf. Diese hatten alle Sprungvorrichtungen, Rutschen, Seilbahnen und alle moeglichen abgefahrenen, selbstgebauten Dinge, um moeglichst spektakulaer ins kuehle Nass zu gelangen.

Doch wir fuhren zunaechst weiter, um dann letztlich an der vollsten Bar zu halten, aus der die lauteste Musik schallte, noch einmal zur Erinnerung: Wir sind auf einem Oekotrip!!!

Wir fanden uns schnell damit ab und nach dem ersten Beer Lao war es nur noch halb so schlimm. Simon hatte sich schnell Mut angetrunken und kletterte mit dem Guide auf eine dieser Sprungvorrichtungen, von denen aus man sich ein Seil schnappte, absprang und sich ueber den Fluss schwingte. Aber keine Angst, es war nicht halb so gefaehrlich wie es sich anhoert. Wenn man kein Englaender ist und schon 5 Promille intus hat, kann nichts passieren. Die Flugbahn war gesteuert, man flog nur ueber tiefes Wasser.

Der erste Versuch endete dann auch eher klaeglich als Bauchklatscher aus einer Hoehe von ca. 6 bis 7 Metern. Trotz Schmerzen liess es Simon nicht auf sich sitzen. Im zweiten Anlauf war dann auch schon ein Kopfueberhaenger angesagt. Die Schande war noch einmal abgewendet. Nach dem dritten Versuch war es dann aber auch genug. Das macht zwar super viel Spass, tut aber auf Dauer dann doch schon etwas weh, und wir wollten schliesslich auch weiter.

Der Rest der Tour fuehrte uns durch keine einzige Stromschnelle mehr. Stattdessen paddelten wir an einer Schar von Betrunkenen vorbei, die Bier trinkend in Autoreifen flussabwaerts trieben. Am Ufer befand sich ein Bierstop nach dem anderen, die Musik schallte. Jungs, wir haben da eine Idee fuer Vaddertach!!! Was meint ihr? Das Ding duerfte gebucht sein! Kurz nach Ankunft war es dann auch schon wieder so weit:


Genau, ein wunderschoener Sonnenuntergang.


Eigentlich wollten wir heute zur Feier des Tages noch einmal auf die Piste gehen, doch wir mussten dem gestrigen Abend und der anstrengenden Tour Tribut zollen und gingen deshalb nach dem Abendessen bei Addy voellig erschoepft ins Bett.

Gute Nacht liebes Tagebuch!

Fahrt nach Vang Vieng - 09.11.2007

Wir schliefen aus. Schliesslich lag heute nur eine kuerzere Strecke vor uns. Nach dem gleichen leckeren Fruehstueck wie gestern (siehe Obstsalat), liefen wir zum Busbahnhof, wo auch schon der einheimische Bus nach Vang Vieng auf uns wartete. Fuer 2,5 Dollar brachte dieser uns 150 Kilometer in Richtung Norden. Die Fahrt dauerte 3 1/2 Stunden. Das Erstaunliche war, wir fuhren puenktlich ab und kamen puenktlich an, und das auf die Minute.

Vang Vieng ist ein kleiner Ort, der am Anfang eines riesigen Gebirges liegt, das sich bis nach Yunnan in China erstreckt. Bekannt wurde dieser Ort das erste Mal, als die Amerikaner ihn als Stuetzpunkt fuer seine Bomber im Vietnamkrieg missbrauchten. Heute ist Vang Vieng aufgrund seiner riesigen Karstformationen, umgeben von Reisfeldern, durch die sich ein Fluss windet, eine Touristenattraktion. Es ist unglaublich schoen. Und eingentlich ist jedes Bild und ein jeder Blick, egal wohin, aehnlich dem auf einer Postkarte.

Natuerlich ist auch hier der Tourismus angekommen. Demendsprechend hat sich der kleine Ort, bestehend aus zwei Strassenzuegen, die miteinander verbunden sind, zu einer Partyhochburg Laos' entwickelt, ein Lokal bzw. Bar neben der Anderen. Man sass auf grossen erhoehten Flaechen, einer Spielwiese aehnelnd, auf denen dann ein kleiner Tisch stand. Alles war mit Kissen ausgelegt, hier laesst es sich wohl ein Bierchen trinken.

Nachdem wir Vang Vieng gegen 14.00 Uhr erreicht und eingecheckt hatten, landeten wir in einem dieser besagten Lokale. Wir assen bei Addy zu Mittag. Addy war jung, hatte ein Restaurant gepachtet, war sehr nett und zudem ein recht schlechter Vater von Zwillingen (deshalb auch der Name Twinbar). Als wir sahen, dass eines seiner Kinder an einem leergetrunkenen Bierglas nippte, meinte Addy bei uns sitzend: "good man".

Heute stand nicht mehr viel auf dem Programm, nur eines musste noch sein, der Sonnenuntergang.




Am fruehen Abend endeten wir erneut bei Addy und assen sehr gut zu Abend. Mittlerweile hatte sich auch ein Amerikaner namens Dr. Stevens zu uns gesetzt. Er handelte mit fair-trade Kleidung in die USA und kannte Addy. Nicht nur deshalb kam unser Gastgeber dann in Spendierlaune. Bereits heute Nachmittag hatte er uns ein Bier ausgegeben. Nun sollte das landestypische Getraenk folgen. Und weil wir dieses noch gar nicht probiert hatten, nahmen wir das Angeobt wahr. Es gab Lao Lao, einen selbstgebrannten Reisschnaps. Waehrend wir uns mit Dr. Stevens ueber die Amerikaner amuesierten (er hasste seine eigenen Landsleute), stieg der Pegel.

Und weil Joe weiss, wann genug ist, verliess er die feucht froehliche Runde gegen 22.30 Uhr. Simon meinte, er muesse noch kurz bleiben, dies war auch sein Verhaengnis. Wie findet man nur ohne Joe ins Hostel um die Ecke zurueck?

Letztendlich verlief sich Simon in diesem riesigen Ort, ging vom Ortseingang zum Ortsausgang, dies wiederholte er einige Male. Schliesslich bemerkte er, dass unser Hostel bei Nacht von einer Pforte, die boese Buben davon abhalten sollte unsere Zimmer zu raeumen, geschuetzt wurde. Man muss gestehen, dass es bei Nacht ein bisschen anders aussah, als am Tag.

Donnerstag, 8. November 2007

Chillen in Vientiane - 08.11.2007

Den heutigen Tag liessen wir gemaechlich angehen. Erst einmal schliefen wir aus, dann mussten wir uns aber auch schon ums Geld kuemmern. Also gingen wir als erstes zur Bank. Doch wir konnten uns nur schwer entscheiden, entweder den so hoch im Kurs stehenden Euros zu tauschen, oder Geld von der Bank abzuheben.

Doch der Euro stand anscheinend nur bei uns hoch im Kurs. Die Wechselkurse waren hier nicht die besten, so dass es uns nicht schwer viel Geld abzuheben und die Gebuehren zu zahlen. Eigentlich wollten wir zumindest fuer einen Tag Millionaere sein. Doch so leicht war das nicht. Es gab hier naemlich ein Limit und so konnten wir nur 700.000 Kip abheben, wie aergerlich!

Trotzdem sollte es fuer ein ausgiebiges Fruehstueck reichen, welches wir uns dann auch in einem netten, kleinen Strassenlokal goennten. Es gab Baguette mit Omelette. Mittlerweile hatte sich dieses schon zu unserem Lieblingsfruehstueck entwickelt, das einzig Wahre in diesen Regionen und allemal besser als Nudelsuppe! Zum Nachtisch gab es noch den wohl artenreichsten und besten Obstsalat, den wir je hatten.


Lecker, hier fehlt einfach nichts!


Nach dem Fruehstueck schlenderten wir dann erst einmal ueber den Markt. Shopping war angesagt. Und wir wurden auch tatsaechlich fuendig. Selbst Joe fand eine Hose in seiner Groesse. Nach harten aber witzigen Verhandlungen bekamen wir dann schliesslich auch einen fairen Preis.

Nach diesem Erfolg gingen wir langsam weiter durch die im franzoesischem Stil erbauten Strassen der Stadt. Da kamen wir ploetzlich an einem Gebaeude vorbei, das wir besichtigen mussten, ein Zentrum fuer nachhaltigen Tourismus in Laos. Und zu unserer grossen Verwunderung war dieses wirklich gut ausgeruestet. Wir bekamen hier sehr viele Anregungen fuer unsere weitere Reise.




Auf dem Weg zur Promenade kamen wir einmal mehr an einem Triumphbogen vorbei. Da diese sich immer alle aehneln, machten wir schnell ein Foto und gingen auch gleich weiter. Auf dem Weg verarbeiteten wir die neugewonnenen Eindruecke aus dem Tourismusbuero und diskutieren dieses Thema aus. Wir kamen zu dem Schluss, dass man hier in Laos schon bemerkt hat, wie wichtig die vorhandene Natur fuer den Tourismus und somit auch fuer das Einkommen der Bevoelkerung ist, nicht so wie in anliegenden Staaten. Angekommen an der Promenade gab es erst einmal Bratreis und einen leckeren Fruitshake.


Nachdem wir in den Broschueren des Umweltministeriums herumgeblaettert und ein wenig weiter diskutiert hatten, kam er...



...der wunderschoene Sonnenuntergang ueber dem Mekong.


Nach diesem sagenhaften Naturschauspiel verbrachten wir noch einige Zeit im Internet und tranken in einem Strassenokal noch ein Bierchen, waehrend wir den morgigen Tag planten.

Vientiane, wir kommen - 07.11.2007

Eingetlich wollte Joe den einheimischen Bus nehmen, doch der sollte 16 bis 18 Stunden fahren, obwohl es neue Strassen gibt und es nur 650 Kilometer bis in die Hauptstadt Laos' sind.

Also entschlossen wir uns doch den V.I.P. Bus zu nehmen, dies jedoch schon gestern Abend. Da es jedoch mehrere Busbahnhoefe hier gibt und wir gestern Abend an einem abgewiesen wurden, es wuerden angeblich nur noch abends Busse fahren, folgten wir heute morgen dem Lonely Planet.

Um 6.30 Uhr ging es los, mit dem Tuk Tuk zum Champassak Plaza Shopping Center. Im Endeffekt war dies ein typisch laotischer Markt. Die letzten Meter mussten wir allerdings laufen, da unser Fahrer ein paar Touris mitnehmen wollte, die zum Flughafen mussten. Damit liess sich nun einmal mehr Geld verdienen. Hier war auch kein Bus weit und breit zu sehen. Also nahmen wir uns das naechste Gefaehrt. Diesmal eine alte Rikscha, die seitlich an ein Mopet angebracht war. Sicher fuehlte man sich hierbei allerdings nicht.

Wir fuhren 8 Kilometer nach Norden zum, wie sollte es auch anders sein, Northern Busterminal. Hier stand dann auch gleich ein Bus auf der Ausfahrt. Und da es schon 7.15 Uhr war, und der V.I.P. Bus schon um 5.30 Uhr fahren sollte, stiegen wir auch sofort ein.

Doch wir bemerkten schnell, dass es kein V.I.P. Bus war. Anscheiend gab es wirklich keine V.I.P. oder Expressbusse mehr, die tagsueber nach Vientiane fahren. Fuer die ersten 30 Kilometer brauchten wir eine gute Stunde. Savanaketh, 250 Kilometer entfernt, erreichten wir um 12.30 Uhr. Wir nahmen so jeden mit, der mitfahren wollte. Der Fahrer, gerade mal 18 Jahre alt, und die minderjaehrigen Kassierer machten ununterbrochen Pausen, ohne zu sagen, wie lange sie denn halten wuerden.

An so einem Halt sprach uns dann Laote an: "Do you speak english?" - Natuerlich. Er wuerde jedoch nur deutsch sprechen, erzaehlte er uns. Und als wir erzaehlten, woher wir kaemen, fing er an in einem perfekten Deutsch loszuerzaehlen. Er wurde wie viele Einwohner sozialistischer Laender zum studieren in die Deutsche Demokratische Republik verfrachtet, fuer vier Jahre von 1976-1980.

An einem weiteren Stop mussten wir auch mal fruehstuecken. Schliesslich hatten wir heute morgen keine Zeit dazu. Und das Gute war, wir mussten gar nicht aussteigen. In windeseile stuerzten etwa 20 Personen ueber die am Boden liegenden Saecke in den Bus. Es gab einmal mehr Fleischspiesse, diesmal fuer jeden von uns ein halbes Gefluegeltier. Wir wussten nicht so recht, ob es sich um einen Vogle oder eher um ein Huhn handelte. Doch es schmeckte. Es gab auch am Spiess aufgereihte Heuschrecken, doch zum Fruehstueck, vielleicht spaeter.

Also verbrachten wir den ganzen Tag im Bus. Hinter Savanaketh dachte sich der Busfahrer anscheinend, dass es schon recht spaet sei. Naemlich gerade dort, wo es auf der ganzen Fahrt am kurvigsten war, schien es, als haette er bemerkt, dass die Handbremse die ganze Zeit angezogen war.

Landschaftlich gibt es kaum etwas zu berichten. An der Strasse leben die meisten Laoten. Und somit reiht sich an manchen Streckenabschnitten ein kleiner Bauernhof neben dem anderen. Es sind hauptsaechlich kleine Familienbetriebe mit ein, zwei Aeckern. Alle drei Jahre wird weitergerodet, und auf den vorher genutzten Flaechen wuchert Sekundaerwald. Dahinter erstreckt sich meistens endlos erscheinender Wald. Laos ist naemlich zu 85% bewaldet, davon jedoch nur mit 25% Primaerwald. Jedoch muss man dazusagen, dass die Amerikaner mehr Bomben im Vietnamkrieg auf den Ho-Chi-Minh-Pfad in Laos abgeworfen haben, als ueber Deutschland im gesamten 2.Weltkreig gefallen sind.

Wir kamen gegen 21.45 Uhr in Vientiane an. Folglich hatten wir auch nur 14 1/2 Stunden im Bus verbracht. Mit dem Sammeltaxi ging es ins Zentrum. Der dritte Anlauf klappte, endlich ein Zimmer. Fuer fuenf Dollar war es ein wenig ranzig, jedoch in Ordnung.

Fuer das Abendessen reichte unser Geld dann auch nicht mehr, alle Banken hatten dicht, ATM's gab es hier noch nicht (dass es doch welche gibt, stellte sich morgen heraus). Also packten wir unser letztes Geld zusammen, 2 Dollar, gingen zu den Garkuechen am Mekongufer und kauften uns ein paar gegrillte Reisspiesse. Es war nicht gerade das Beste, zumal uns die Haendlerin diese auch noch guenstiger gab, weil es schon spaet war und sie schon lange in der Sonne gelegen hatten. Doch machten sie zumindest ein wenig satt. Wir gingen schnell ins Bett.

Dienstag, 6. November 2007

Das Wasser muss fallen - 06.11.2007

Um 7.30 Uhr standen wir vor der Tuer unseres Hotels und warteten auf den Bus. Aus den oeffentlichen Lautsprechern droehnte das lokale Radioprogramm, die Schuehler kamen uns gut gelaunt und froehlich entgegen.

Nach zehn Minuten kam dann auch unser mit Saecken und menschen vollgepackter Bus. Mit diesem Bus ging es auch auf die Faehre. Ob das gut geht? Schliesslich war es ein grosser Ueberlandbus, der auf eine kleine hoelzerne Faehre passen sollte. Aber die Laoten wissen schon was sie tun und so passte es auch auf den Millimeter genau. Angekommen auf der anderen Seite ging es noch eine gute Stunde auf dem Landweg weiter in Richtung Norden nach Pakse.

Angekommen in der Hauptstadt der Provinz Champasak checkten wir schnell in ein Hotel ein und fruehstuecken erst einmal. Dies wollten wir zu mindest noch, bevor wir erfuhren, dass es in jedem Lokal nur Nudelsuppe gab. Also verzichteten wir zunaechst auf ein Fruehstueck, weil der Appetit ausblieb. Wir fuhren weiter mit einem Pickup-Taxi zum suedlichen Busbahnhof. Wir wollten nach Tat Fan. Der Pickup-Bus stand auch schon bereit, doch mussten wir noch eine knappe Stunde auf die Abfahrt warten. Das gab uns genuegend Zeit, um uns an den umliegenden Staenden Baguettes, Aepfel, Wasser und leckere Fleischspiesse zu kaufen. Das Fleisch sah aus wie Schwein und/oder Huehnchen, egal, die Hauptsache ist, es schmeckt!

Frisch gestaerkt ging es dann mit dem Pickup-Bus, auf dessen ueberdachter Ladeflaeche wir auf seitlich angebrachten Baenken sassen, weiter. Die Strasse fuehrte durch die Auslaeufer des Bolavan-Plateau. Hier wurde hauptsaechlich Kaffee angebaut. Dieser Kaffee wurde an der Strasse getrocknet. In diesem Gebiet gab es jedoch auch noch sehr hohe Waldanteile.


Eine laotische Tankstelle


Bei Kilometer 38 mussten wir aussteigen und noch ein wenig durch Kaffeeplantagen in den nahe gelegenen Regenwald laufen um unser Ziel zu erreichen, Tat Fan, ein atemberaubender Wasserfall, der seine Wassermassen 120 Meter in die Tiefe stuerzen laesst. Von einem Oekoresort aus kletterten wir eine ziemlich rutschige Naturtreppe hinab, um den besten Ausblick zu haben. Es war einfach Gigantisch.


Tat Fan


Eigentlich wollten wir uns einer Treckingtour durch den dahinterliegenden Nationalpark anschliessen. Doch dummerweise standen heute keine Guides zur Verfuegung. Nach eindringlicher Warnung und da wir wussten, dass es hier Tiger und Schlangen gibt, entschlossen wir uns nicht auf eigene Faust durch die Abhaenge des Regenwaldes zu klettern. Stattdessen liefen wir nach einer kleinen Kaffeepause im hier ansaessigen Oekoresort zurueck an die Strasse.

Im Vorbeifahren hatten wir auf der Hinfahrt etwas von anderen Faellen gelesen. Diese waren auch schnell gefunden. Nur der Weg dahin auf der anderen, noerdlichen Strassenseite durch die endlosen Kaffeeplantagen war ziemlich lang. Nach etwa zwei Kilometern Kaffee erreichten wir diese Faelle, die ebenfalls im Wald lagen und auch sehr beeindruckend waren.




Vor Ort beobachteten wir noch zwei einheimische Stammesmitglieder, die in den Gewaessern mit Netzen fischen. Auf dem Rueckweg stellte sich die Frage, ob wir noch einen dritten Stop einlegen sollten, oder ob dies zu lange dauern wuerde. Der naechste Wasserfall muesste irgendwor hier in der Gegend zu finden sein.

Da es aber schon spaet war, entschlossen wir uns einen Bus anzuhalten und zurueck in die Stadt zu fahren. Das war uebriegens auch der Einzige, der in den letzten 20 Minuten vorbeigekommen war. Die besten Plaetze gehoerten uns, hinten auf der Ladeflaeche, stehend. Denn alle Sitzplaetze waren bereits vergeben. Endlich durften wir uns mal den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen.


Joe auf einem Sawngthaew


Zurueck in Pakse gingen wir noch schnell in einem Lokal Nudelsuppe essen, bevor wir in der Daemmerung noch auf die Mekongbruecke gingen, die inRichtung Thailand fuehrte. Wir entschlossen uns dann auch noch die Bustickets fuer den morgigen Tag nach Vientiane zu besorgen.

Doch am VIP-Busbahnhof in der Naehe unseres Hotels (uebrigens einer von vier Busbahnhoefen) gab es nur Tickets fuer die Nachtfahrten. Also entschlossen wir uns morgen frueh die Tickets am letztmoeglichen Busbahnhof zu besorgen, an dem Expressbusse fahren sollten und liessen uns noch mit einer Motorrad-Trishaw zu einem Internetlokal bringen.