southeastadventures

Um dem trüben deutschen Herbstwetter zu entfliehen, haben zwei tapfere Vagabunden sich entschlossen ihren Sommer zu verlängern. Sie folgen der Sonne und starten eine große Ralley durch die beeindruckendsten Länder des asiatischen Kontinents. Auf dieser Seite könnt ihr vom Start in Delhi bis zum Ziel in Bangkok ihren Weg verfolgen. Viel Spaß...

Freitag, 7. Dezember 2007

Eine Busfahrt die ist lustig - 04.12.2007

Uns teilten mehrere Personen mit, dass es nur Nachtbusse gab, die direkt zum Inle See fahren sollten. Wir entschlossen uns trotzdem tagsueber zu fahren. Wie, das wussten wir bis zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht so recht.

Mit unserem Taxifahrer der letzten zwei Tage (eigentlich hatten wir ihm gestern ja erklaert, dass wir aufgrund der Touristenknappheit das Geld auf weitere Fahrer verteilen wollten, doch er hat es nicht geschnallt und es war kein anderer Fahrer vor Ort) fuhren wir gegen 8.00 eine ganze Weile an den Stadtrand von Mandalay zum Busbahnhof.

Vor Ort erzahlten uns ettliche Schlepper, dass es nur Minibusse gab, nicht nur nach Inle, sondern auch nach Meiktila, der Kreuzung Mandalay - Inle - Yangoon. Doch Minibusse mieten, das ist selbst fuer uns zu teuer. Der einzige Direktbus nach an den Inle faehrt durch die Nacht. Doch Joe hat Probleme damit Nachtbusse zu nehmen. Schliesslich koennte man andernfalls auch fliegen.

Nachdem wir ein paar Male ueber den Busbahnhof gelaufen waren und wir auch zeitweise glaubten, einen Bus gefunden zu haben, waren wir wieder am Ausgangspunkt angelangt. Jeder der uns helfen wollte, wurde in irgendeiner Weise von den um uns stehenden Schleppern beeinflusst. Danach hiess es dann wieder, dass es nur Minibusse gaebe.


Der Busbahnhof, an dem alles begann!


Auch Moenche nutzen den Busbahnhof, zum morgentlichen Betteln.


Also verstreuten wir uns und verloren auch schnell unsere Begleiter. Wir bekamen den Tip, dass wir an der Hauptstrasse einen Bus nehmen koennten. Und siehe da, an der Hauptstrasse stand auch schon der erste Minibus, der uns bereitwillig mitnahm. Sein Problem war jedoch, dass er uns eigentlich gar nicht befoerdern durfte. Es duerfen nur gewisse Busse in diesem Land uns mitnehmen, da wir uns ueberall registrieren muessen. Und diese Buss fahren an den Busbahnhoefen los.

Wir musste sowohl in den Bussen, die uns befoerdern durften (Genehmigung), als auch fuer das Risiko in den anderen Bussen, mehr Geld als die Einheimischen bezahlen, was wiederum verstaendlich war. Zudem wurde uns die letzte Reihe zugewiesen. Gepaeckstuecke wurden bis unter die Decke gestapelt, dass uns auch bloss keiner sieht. Warum die Hintertuer trotzdem aufstand, das wissen wir auch nicht.

So ein Hin und Her: mitnehmen duerfen, nicht duerfen und ich nehme euch trotzdem mit. Das hatten wir auf der gesamten spaeteren Reise kein einziges Mal mehr.

Die Fahrt nach Meiktila dauerte gut drei Stunden. Es ging uebers platte Land die Hauptverkehrsader entlang in Richtung Yangoon nach Sueden. Die anfangs zwei mal zweispurige Strasse fuehrte meist durch endlose Alleen hindurch. Hier in der Ebene wurde hauptsaechlich Reis angebaut bzw. Zucker von Palmen geerntet.

Meiktila erreichten wir gegen 12.30 Uhr. Nach Inle sollte so schnell kein Fahrzeug fahren. Wir hoerten, dass die einzige Moeglichkeit ein Pick-up waere, der um 14.00 Uhr losfaehren wuerde. Also mussten wir diesen Pick-up nehmen. In der Zwischenzeit assen wir etwas.

Weil wir in der Gegend um Mandalay und auch auf dem Weg hier her so viele Pick-ups gesehen hatten, auf den die Leute auf dem Dach sassen, dachten wir uns, dass wir dies auch ausprobieren koennten. Also setzten wir uns auf eine auf dem Dach befestigte Bambusmatte, die von einem niedrigem Metallgestaenge umgeben war.

Da die Strasse in Richtung Osten nur noch einspurig und sehr bruechig war, stellte die Geschwindigkeit unseres Fahrzeugs auch keine Gefahr da. Es ging erneut uebers platte Land, durch wunderschoen idyllische Alleen mit riesigen Baeumen, an Reisfeldern und subtropischer Vegetation entlang. Ein riesiges Holzlager durfte natuerlich auch nicht fehlen.

Der Pick-up fuellte sich. Und schon bald konnten wir nicht mehr auf dem Dach liegen und kurz danach auch nicht mehr im Schneidersitz sitzen. Wir mussten uns seitlich mit den Beinen nach aussen haengend platzieren. Doch das war recht bequem, da man seine Fuesse am Gelaender abstuetzen konnte.


Ein Platz auf dem Dach!


Es ging durch die Berge, die mit niedrigen Waeldern bepflanzt waren, an Strassenarbeitern und kleinen Steinbruechen vorbei, bei denen man nicht wusste, ob es sich um Zwangsarbeiter handelte oder nicht. In einer Ebene machten wir in einer kleineren Stadt eine Pause, bevor wir weiterfuhren. Doch im Pick-up war kein Platz mehr. Ausserdem war es noch bequem und so lange koennte es auch nicht mehr dauern, dachten wir zumindest.

Durch ein schmales Tal, das ringsherum mit bewaldeten Bergen umgeben war, fuhren wir durch kleine Doerfer weiter in Richtung Osten. Als wir am Ende des Tals in Serpentinen den Berg hinauf fuhren, daemmerte es. Es wurde sehr schnell dunkel, es war gerade eimal 18.00 Uhr. Oben auf dem Plateau angekommen, sahen wir nicht mehr viel, ausser das Licht unseres Autos und die Umrisse der Baeume am Strassenrand. Allmaehlich wurde es frisch.

Nach einer Weile erreichten wir einen Ort. Das musste es sein, dachten wir uns. Doch wir waren gerade einmal in Kalaw. Auf der Karte war dies die Haelte zwischen Meiktila und dem Inle See. Wir wussten nicht, was wir machen sollten. Doch viel, ausser weiterzufahren, blieb uns nicht uebrig, da der Wagen nicht anhielt. In der naechsten Stadt, die Fuesse waren mittlerweile eingefrohren, so wie eigentlich der uebrige Koerper auch, machten wir eine Pause. Diese Gelegenheit nutzten wir erst einmal um in unseren Backpacks nach passender Bekleidung zu suchen.

Nach einem Tee setzten wir uns wieder auf das Dach, besser gesagt, wir legten uns auf das Dach, da mittlerweile wieder genuegend Platz vorhanden war, heorten Musik und bestaunten den glasklaren Sternenhimmel. Es war nun richtig angenehm. Die letzten zwei Stunden ueberstanden wir auch noch.

Gegen 21.30 Uhr (7 1/2 statt 4 Stunden) erreichten wir Shweyaung Junction. Da der Pick-up weiter nach Tauggyi fahren sollte, war hier fuer uns das Ende dieser Fahrt gekommen, schneller als gedacht. Hier mussten wir noch einmal umsatteln. Hotels gab es einfach nicht. Daher blieb uns nur eine Moeglichkeit, naemlich Mopeds in das 11 Kilometer entfernte Oertchen Nyaungshwe direkt am Inle See zu nehmen.

Um 22.00 Uhr hatten wir es dann endlich total durchfroren geschafft. Das Bett war eine Wohltat, natuerlich mit dicksten Decken. Das gibt es nicht ueberall hier, aber wir sind nun einmal in den Bergen.

Montag, 3. Dezember 2007

Mandalay und die umliegenden Koenigreiche - 03.12.2007

Heute ging es gegen 9.00 Uhr nach dem Fruehstueck erneut mit unseren Fahrern und dem kleinen blue-taxi in die nahe gelegenen Koenigreiche um Mandalay herum. Als erstes stand Sagaing auf dem Programm. Wir erreichten dieses alte Koenigreich kurz hinter der Stadtgrenze Mandalays. Dass dies einst eine Stadt war, konnte man nicht mehr erkennen. Der "Ort" bestand aus einem bewaldeten Huegel durchzogen von unzaehligen Stupas und Kloestern, auf der anderen Seite des Ayeyarwady. Der Aufstieg zur Stupa No 1 (Junta-Sprache) war verdammt anstrengend, doch die Aussicht dafuer lohnenswert.


Der Blick auf die Stupas Sagaings von Inwa aus.


Als zweiter Stop stand Inwa auf dem Programm. Diese alte Stadt lag zurueck auf der oestlichen Seite des Ayeyarwadys, in der naeheren Umgebung. Wir mussten jedoch ein Boot ueber einen Zufluss des Ayeyarwady nehmen, da dieser Ort abgelegen auf einer Halbinsel lag. Auf der anderen Seite nahmen wir uns eine Pferdekutsche, die uns zu den wichtigsten Sehenswuerdigkeiten brachte.

Es ging quer durch baeuerliches Gebiet. Die Wege hier, waren wie in der gesamten Umgebung Mandalays durch riesige Baeume bepflanzt. Es war eine sehr idyllische Fahrt. Wir sahen einen alter Tempel, zwei Kloester und einen alten leicht schraegen Watchtower, der eher dem schiefen Turm von Pisa aehnelte. Die Kloester konnten wir leider nicht besuchen, da auch hier die 10 Dollar Eintritt verlangt wurden, die direkt dem Staat zu Gute kommen.


Die Gegend um Inwa



Ein Moench in Inwa


Zurueck auf dem "Festland" assen wir zu Mittag, bevor es wieder einen Katzensprung nach Amarapura ging. Hier war das Koenigreich eher sekundaer, da die 1,2 Km lange Teakbruecke mit etwa 1000 Staemmen, die vor 200 Jahren errichtet wurde, im Vordergrund stand.


Die Bruecke von Amarapura


Wir schlenderten bis auf die andere Seite des Sees und nahmen uns ein Boot zurueck, um den Sonneuntergang zu geniessen.




Ein Abschnitt der Teak-Bruecke


Es ging zurueck nach Mandalay durch das abendliche Gewuehl. Wir tauschten noch in einem heruntergekommenen Hotel Geld, kauften Ersatzschuhe fuer unseren Schotten, assen noch schnell in unserem Stammlokal beim Inder, da standen auch schon unsere Freunde vor unserem Hotel. Mit vier Moppeds fuhren wir durch die durch unzaehlige Stromausfaelle abgedunkelte Stadt. Nach 20 Minuten standen wir in einem kleinen Klassenzimmer direkt an der Strasse. Es sah eher aus wie eine Garage.

Kaum hatten wir uns vor die Klasse der "Privatschule" gesetzt (es war ein unabhaengiger Lehrer, der eine Abendschule betrieb und wirklich nicht sonderlich gut englisch sprach), fielen die Einheimischen jeglichen Alters, inklusiver Moenche, mit ihren Fragen ueber uns her. Dies dauerte 1 1/2 Stunden, ehe wir wieder zurueck gebracht wurden. Wie in allen Gespraechen versuchten die Einheimischen gelegentlich auf die politische Situation hinzudeuten. Wir tanzten den Eiertanz natuerlich mit, Vieles war zweideutig.


Mr. Simon und Mr. Joe vor der Klasse


Zurueck verabschiedeten wir uns noch herzlich von useren Fahrern, dem Moench, der alles angestiftet hat und dem Lehrer, bevor es dann natuerlich noch ins Internet ging. Unser Laden war geschlossen, weshalb uns der indische Besitzer des Strassenlokals anbot, uns zu einem anderen zu bringen. Mit dem Moped ging es ein paar Strasen weiter, zu unser Verwunderung umsonst. Allerdings waren wir auch sehr gute Kunden.

Nebenan eine Koranschule (der Inder war Moslem), tippten wir ungeachtet der Zeit. 10.58 Uhr, zwei Minuten noch bis zur Sperrstunde. Jetzt mussten wir aber schnell zurueck. 11.01 Uhr, das Hotel war erreicht, da fuhr auch schon die Polizeistreife los, an der wir zuvor noch vorbeigelaufen waren.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Wie findet ihr die Freitagsausgabe der Nationalzeitung?



Propaganda ueberall und auf jeder Seite! Was "Radio Free Asia", "Voice of America" und "BBC " wohl dazu sagen werden?


Der groesste Artikel im Sportteil war dem ersten Volleyball-Turnier der Minister gewidmet!!!

Mandalay - 02.12.2007

Fuer heute hatten wir uns mit dem "hauseigenen" Taxifahrer zu einer Stadtrundfahrt verabredet. Dieser half morgens im Restaurant aus und servierte uns das Fruehstueck. Als Gegenleistung des Hotels durfte er uns seine Dienste anbieten und uns waehrend des gesamten Fruehstuecks vollquatschen, was wir alles machen sollten und das wir es natuerlich alles am besten mit ihm machen sollten. Doch zuerst gingen wir kurz ins Internet. Diesmal gab es einen 2:1 Sieg ueber den HSV zu feiern.


Taxi in der Naehe unseres Hotels


Um 9.30 Uhr ging es dann im kleinen Mitsubishi Blue-Taxi des guten Mannes los. Wir mussten uns ein wenig quetschen, da die umgebaute Ladeflaeche seines Gefaehrts nicht auf Europaeer ausgerichtet war.


Unser Taxi vor einem Atiquitaetengeschaeft


Zu Beginn besuchten wir die "Shwe In Bin Kyaung Monastery", eine sehr schoenes, recht kleines, hoelzernes, altes Kloster aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Eigentlich haetten wir Eintritt zahlen muessen, aber es war niemand vor Ort, der abkassieren wollte. Nachdem wir eine ganze Weile auf Alastair warten mussten, konnte es weitergehen.

Jetzt ging erst einmal die Verkausshow los. Unser Guide wollte schliesslich etwas verdienen. Wir hielten vor zwei Shops, in denen uns ziemlich die gleichen Produkte angeboten wurden, vergoldete und hoelzerne Buddhastatuen, Marionetten, Schmuck und viele weitere Souvenirs. Wir liessen es ueber uns ergehen und schafften dies auch ganz gut ohne etwas zu kaufen. Im zweiten Laden stiessen wir auf eine deutsche Reisegruppe gehobenen Alters. Es ist wirklich auffaellig, wie viele Deutsche man hier trifft. Wenn man irgendwo Touristen sichtet, steht die Chance bei geschaetzen 70 %, dass dies die Unsrigen sind.

Anschliessend wollte unser Guide gleich weiter zum naechsten Shop, doch wir hatten erst einmal genug, schliesslich taten wir es auch nur fuer ihn. Er bekam immer ein wenig Geld zugesteckt, wenn er uns in einen dieser Konsumtempel ablieferte. Aber wir wollten in unserem Programm vorankommen und da stand als naechstes die "Mahamuni Pagoda" auf dem Programm.


Mahamuni Pagode


Diese Pagode erreichte man von allen vier Himmelsrichtungen durch ueberdachte Verkaufsgaenge. In der Mitte eines mit Marmor ausgelegten Platzes stand diese goldene Pagode, die einen Buddha beherbergt, vor dem die Einheimischen beteten. Aufgrund der Taubenansammlungen war es nicht angenehm barfuss umherstreiften. Da das Programm schon sehr weit vorangeschritten war, legten wir einen zusaetzlichen Stop am Markt und bei Goldblattherstellern ein.

Zu geniessen waren vor allem die Stadtfahrten. Die Strassen waren ramponiert, jedoch wunderschoen mit Baeumen bewachsen. Die Verkehrsmittel waren heillos ueberladen, sowohl mit Waren, als auch mit Personen. Zudem sah man trotz der niedergeschlagenen Demonstrationen sehr viele Moenche, eigentlich ueberall.


Blattgold-Herstellung


Danach wollten wir erst einmal etwas Essen. Wir fragten unseren Begleiter, ob er uns in ein kleines, nettes Restaurant fahren koennte, in dem man zusammen mit Einheimischen deren Kueche geniessen kann. Er brachte uns in ein Hinterhoflokal, welches weder durch ein Schild als solches ausgewiesen war, noch konnte man in irdgendeiner Weise auf ein Restaurant schliessen. Das Essen war in Ordnung. Das Fleisch jedoch wurde mit Knochen serviert.


Mittagspause


Nach der Mittagspause fuhren wir an den Fusse des Mandalay Hills. Hier befand sich die von uns erkohrene Klosterzentrale Mandalays. Hier stand ein Kloster mit samt seiner Pagoden neben dem anderen. Dementsprechend viele Moenche liefen hier herum. Zuerst hielten wir an dem "Shwenandaw Kyaung Monastery". Dieses war besonders alt und aus Holz erbaut. Einziger Nachteil war, dass wir es nicht betreten durften. Schliesslich hatten wir das zehn Dollar teure Ticket nicht gekauft, um den Staat zu boykottieren. Angeblich wurde vor einige Jahren der Mandalay Palace, der auch mit dem gleichen Ticket betreten werden durfte, durch Strafgefangene restauriert.

Wir liefen zur nahe gelegenen "Atumashi Kyaung monastery". Dieses Kloster schien ein Klotz zu sein, der nach oben abnimmt, nicht besonders reizvoll. Doch hinein durften wir auch hier nicht. Bisher jedoch war es nicht schmerzhaft. Ganz anderes bei der "Kuthodaw Paya", einer goldenen, sehr grossen Pagode, um die das groesste Buch der Welt mit seinen 729 Marmorplatten aufgestellt war. Wir sahen leider nur einige Buecher, die noch vor dem Eingang unter kleinen weissen Pagoden standen.


Ein Teil des Buches!!!


Es ging weiter zur ebenfalls nahegelegenen Sandamani Paya. Diese durften wir betreten. Es war auch mit Abstand die schoenste Pagode, golden und um ihr herum ein Meer kleinerer weisser Pagoden. Hier trafen wir eine alte Frau. Sie erzaehlte uns in einem perfekten Englisch ihre Lebensgeschichte. Sie waere noch vor dem Beginn Junta aus einem englischsprachigen Land zu ihrem Mann nach Burma gezogen. Dieser und auch ihr Sohn seien schon verstorben. Als ehemalige Englischlehrerin wuerde sie keine Rente bekommen.

Ab diesem Zeitpunkt war uns klar, dass sie Geld verlangen wuerde. Doch sie war sehr sympathisch. Wir gaben ihr "nur" einen Dollar, obwohl sie dachte, sie wuerde mehr bekommen. Wir begruendeten dies damit, dass man hier jedem eine Kleinigkeit geben muesste. Wir verstanden, dass es nach den Preiserhoehungen fuer jeden schwer geworden ist zu ueberleben. Doch diese Frau wuerde ihren Weg schon gehen, zumal ihre Masche recht gut war.


Sandamani Paya




Zu allem Ueberfluss wurden wir auch noch von mehreren Maedels belagert, die Postkarten verkaufen wollten. Wir versprachen ihnen, dass wir spaeter welche kaufen wuerden. Am Ausgang dann das Missgeschick: Joe kaufte Postkarten. Jedoch verblieb ein Maedchen, dem wir es versprochen hatten, ohne Geld. Es ist auch verdammt schwierig sich alle Gesichter zu merken. Doch was sollten wir mit 40 Postkarten machen. Schliesslich koennten sie den Gewinn auch teilen.

Wir fuhren zum Aufgang des Mandalay Hills. Hier gingen wir noch schnell in die Kyauktawgyi Paya, die durch einen Verkaufsgang zu erreichen war. Die Pagode selbst sah man nicht. Stattdessen ging man direkt in einen grossen Raum, in dem in der Mitte ein Buddha stand.

Dann aber liefen wir den Mandalay Hill hinauf. Waehrend Simon und Alastair sich von Studenten anquatschen liessen, ging Joe vor und machte iregendwann, im Glaube oben angekommen zu sein, an einer Stupa eine Pause. Da die anderen beiden jedoch auf der anderen Seite der Pagode herumgelaufen waren, verfehlten wir uns. Joe fand den Weg nach oben schliesslich doch noch rechtzeitig zum Sonneuntergang.

Hier oben war die Ruhe dann Geschichte. Den Sonnenuntergang konnten wir ebenfalls nur stueckweise verfolgen. Grund waren einheimische Studenten, die um Englisch zu lernen und es in der Praxis zu sprechen, die Touristen ausfragten. Sowohl Simon, als auch Alastair und Joe wurden von unterschiedlichen Gruppen belagert. Joe wurde von einem Moench gefragt, ob wir nicht morgen in seine Englischstunde kommen koennten. Wir stimmten zu.

Der Weg nach unten war komplizierter. Waehrend wir uns weiterhin unterhalten mussten, ging das Licht aus. Wir stolperten die letzten Stufen hinunter zu unserem Taxi. Es ging zurueck ins Hotel. Wir assen noch bei unserem Stamminder. Nachdem wir noch kurz im Internet waren, schauten wir noch ein wenig Fussball. Wir mussten den Komfort eines Fernsehers schliesslich ausnutzen.

Mit dem Zug nach Mandalay - 01.12.2007

Nach dem Fruehstueck liessen wir es ein wenig ruhiger angehen, obwohl wir unbedingt den Zug nach Mandalay nehmen wollten. Die Rezeption beschrieb uns eine Abkuerzung die Gleise entlang. Als wir den Bahnhof erreichten, droehnte schon der Zug hinter uns. Um 8.00 Uhr standen wir am Bahnhof und konnten gluecklicherweise noch Tickets fuer den Zug in Richtung Mandalay bekommen, allerdings nur bis Pyun u Lwin und in der ordinary class.

Eigentlich muss jeder Tourist in Myanmar first class buchen. Wenn allerdings alles ausgebucht ist, darf man auch ordinary class fahren. Doch wir wollten unbedingt ordinary class fahren. Die Holzbaenke sind, wie ihr wisst, kein Problem fuer uns.

Der Zug setzte sich um 8.30 Uhr langsam in Bewegung. Und wenn wir "langsam" schreiben, dann meinen wir auch LANGSAM! Wir fuhren durch Taeler an vor allem beackerten Flaechen vorbei. Diese wurden noch wie im Mittelalter bestellt. So zog ein Ochse einen Pflug. Zwischendurch hielten wir an kleineren Bahnhoefen.




Uns fiel sofort ein Zivilist auf, der inmitten dreier Soldaten sass und ziemlich uebel zugerichtet war. Bei genauerem Hinsehen stellten wir fest, dass dieser Narben und Blutkrusten im ganzen Kopfbereich hatte. Er trug einen Kopfverband, das wohl weitere Blessuren verbergen sollte. Der junge Mann hatte eine Glatze und war mit ziemlicher Sicherheit ein Moench. Die Soldaten musterten uns genau. Sie hatten sicher nicht damit gerechnet, dass in diesem Abteil Touristen sein wuerden.

Wir mussten also genau aufpassen, was wir fotografierten. Auch als wir das von den Briten erbaute Gokteik Viadukt passierten, welches wir natuerlich aufgrund seiner militaerischen Wichtigkeit auch nicht fotografieren durften, machten wir dies mit bedacht und unter groesster Vorsicht. Aber nehmen lassen, wollten wir uns dies natuerlich nicht.


Gokteik - Viadukt


Blick vom Viadukt in die Tiefe


Bei einem Stop direkt nach der Ueberquerung des Viadukts sahen wir einen Militaertransport, ein ganzer Waggon voller Soldaten. Dies sollten auch die einzigen Personen am heutigen Tag sein, die uns nicht freundlich laechelnd und winkend begruessten. Die Menschen hier sind einfach alle freundlich und herzlich. Sie freuen sich ueber jeden Touristen, den sie sehen.

In Pyun u Lwin angekommen, so gegen 16.00 Uhr, waren die ersten, die den Zug verliessen, natuerlich die Soldaten, die unseren Moench moeglichst schnell abtransportieren wollten. Er durfte sich nicht einmal umdrehen. Waehrend der Zug umrangiert wurde, kauften wir uns noch schnell das Ticket fuer die Weiterfahrt. Diesmal mussten die erste Klasse buchen. In der ersten Klasse waren die Holzplanken von kleinen Sitzmatten bezogen. Bequemer war es nicht unbedingt.

Um 17.00 Uhr ging es dann weiter. Ein Moench hatte sich zu uns gesellt. Von ihm erfuhren wir viel ueber die Art, wie die Moenche leben, was sie den ganzen Tag so treiben und welchen Sinn das Leben hat. Er war sehr redselig, so lange es nicht in Richtung Kritik am hier herrschenden System ging.

Die Fahrt durch die Dunkelheit dauerte doch noch etwas laenger als erwartet. Vor allem die Abfahrt vom Shan-plateau in die Ayaryawady-Ebene, in der Mandalay liegt, war zeitaufwendig, da wir in "Serpentinen" ohne einer jeglichen Kurve den Berg hinunterfuhren. Am Ende einer jeden Schraegen mussten die Weichen gestellt werden, dann ging es in die gegengesetzte Richtung weiter hinunter.

Zudem mussten wir in Mandalays Vororten eine ganze Weile stehen bleiben. Endlich angekommen in Mandalay, gegen 22.00 Uhr, verabschiedeten wir uns von unserem Freund und nahmen uns nach zaehen Verhandlungen ein Taxi in ein Hotel. Wir hatten noch genug Zeit, um einzuchecken und schnell noch etwas beim Inder um die Ecke zu Essen. Um 22.59 Uhr waren wir allerdings wieder zurueck im Hotel, gerade noch rechtzeitig, denn um 23.00 Uhr beginnt die hier immer noch gueltige Ausgangssperre.

Im Zimmer gab es endlich mal wieder Fernsehen. Doch darueber freuten wir uns zu frueh. Ein Stromausfall folgte dem Anderen. Dies ist in diesem Land aber ziemlich normal. Man koennte meinen, dass die Zeit, in der es keinen Strom gibt, laenger ist, als die, in der es ihn gibt.